Was ist der risikobasierte Ansatz?
Welche Bedeutung hat er in der ISO 9001?
Welche Vorteile bietet der risikobasierte Ansatz?
Der risikobasierte Ansatz verbessert den Umgang mit Unsicherheiten, macht Risiken und Chancen früher sichtbar und schafft eine belastbare Grundlage für Maßnahmen, Entscheidungen und Verbesserungen.
Im Qualitätsmanagement schafft der risikobasierte Ansatz vor allem Orientierung. Er hilft dabei, Unsicherheiten frühzeitig einzuordnen und ihre Bedeutung für das System besser zu verstehen.
Seine Rolle zeigt sich besonders an drei Punkten:
Nach ISO 9001 gehört der risikobasierte Ansatz zu den Grundlagen eines wirksamen Qualitätsmanagementsystems. Spätestens seit der ISO-Revision 2015 ist er fest in mehreren Kapiteln der Norm verankert, steht in engem Zusammenhang mit den sieben Grundsätzen des Qualitätsmanagements und spielt auch bei der Einführung eines QMS eine wichtige Rolle.
Die ISO-Norm fordert, Risiken und Chancen so zu berücksichtigen, dass geplante Ergebnisse erreicht, unerwünschte Auswirkungen verringert und Verbesserungen ermöglicht werden.
Gemeint ist damit kein separates Werkzeug neben dem QMS oder ein isoliertes Risikomanagement (Risk Management) neben bestehenden QM-Systemen. Der risikobasierte Ansatz gehört vielmehr zum Grundverständnis der ISO 9001 und prägt, wie das Qualitätsmanagementsystem geplant, umgesetzt und weiterentwickelt wird.






Der risikobasierte Ansatz schafft mehr Klarheit im Umgang mit Unsicherheiten und stärkt die vorausschauende Steuerung im Qualitätsmanagement.
Die wichtigsten Vorteile im Überblick:
Im nächsten Schritt werden Risiken und Chancen eingeordnet. Erst diese Risikobewertung zeigt, welche Themen für Prozesse, Qualitätsziele und Ergebnisse tatsächlich Gewicht haben. Damit entsteht zugleich eine belastbare Grundlage für eine GAP-Analyse.
Dabei kommt es vor allem auf drei Punkte an:
Aus der Bewertung müssen anschließend konkrete Maßnahmen entstehen. Genau hier zeigt sich, ob risikobasiertes Denken im Alltag tatsächlich greift oder auf einer allgemeinen Beschreibungsebene stehen bleibt.
Für Risiken kann das bedeuten, dass sie vermieden, reduziert, überwacht oder bewusst akzeptiert werden. Gerade für Qualitätsbeauftragte ist diese Übersetzung von Bewertung in konkrete Maßnahmen im Alltag zentral.
Chancen lassen sich dagegen gezielt nutzen, stärken oder weiterverfolgen. Entscheidend ist, dass Verantwortlichkeiten klar festgelegt sind und aus der Endbewertung nachvollziehbare Schritte entstehen.
Der risikobasierte Ansatz entfaltet seine Wirkung erst dann, wenn Maßnahmen in Abläufe, Zuständigkeiten und Steuerung überführt werden. Genau an diesem Punkt wird aus einer isolierten Betrachtung ein Bestandteil des Qualitätsmanagementsystems. Risikobasiertes Denken sollte deshalb nicht separat neben dem QMS stehen. Es gehört in die Planung, in die Prozesssteuerung und in die alltägliche Umsetzung. Erst dadurch entsteht ein Ansatz, der zur Organisation passt und ihre Anforderungen im laufenden Betrieb unterstützt.
Zum Abschluss muss erkennbar bleiben, ob die getroffenen Maßnahmen tatsächlich greifen. Relevant ist dabei vor allem, ob sich Risiken verändert haben, ob neue Chancen entstanden sind und ob die bisherigen Maßnahmen noch zur aktuellen Situation passen. Vor allem für Qualitätsauditoren ist diese Bewertung der Wirksamkeit ein zentraler Teil der späteren Abnahme.
Auch Qualitätskennzahlen, Rückmeldungen und andere Daten können dafür wichtige Hinweise liefern. Diese Erkenntnisse fließen in die Bewertung und in die weitere Verbesserung des Systems zurück und dienen zugleich als Leitfaden für die weitere Steuerung im prozessorientierten Ansatz.
Für eine eher strategische Perspektive eignet sich die SWOT-Analyse besonders gut. Sie verbindet interne Faktoren mit äußeren Einflüssen und hilft so, Risiken und Chancen im Unternehmenskontext besser einzuordnen.
Der Name steht für Strengths, Weaknesses, Opportunities und Threats – also für Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken. Im risikobasierten Ansatz ist das besonders wertvoll, weil sich viele Risiken aus dem Zusammenspiel von internen Schwächen und externen Entwicklungen ergeben.
Wenn sich etwa Anforderungen im Markt verändern, eine neue Technologie an Bedeutung gewinnt oder gesetzliche Vorgaben angepasst werden, kann das für eine Organisation Risiko und Chance zugleich sein. Die SWOT-Analyse schafft an dieser Stelle eine erste strategische Einordnung und hilft, relevante Themen für die weitere Planung sichtbar zu machen.
Sobald Risiken bewertet und priorisiert werden sollen, gehört die Risikomatrix zu den gebräuchlichsten Methoden. Sie hilft dabei, den Handlungsbedarf nachvollziehbar einzuordnen und Themen mit hoher Relevanz schneller sichtbar zu machen.
Typischerweise betrachtet sie vor allem:
Gerade im Qualitätsmanagement ist das hilfreich, wenn mehrere Risiken gleichzeitig im Raum stehen. Prozesse, Anforderungen, Lieferbeziehungen oder personelle Ressourcen lassen sich mit einer Risikomatrix vergleichbarer bewerten. Dadurch wird klarer, welche Risiken sofortige Maßnahmen erfordern, welche beobachtet werden sollten und welche aktuell vertretbar sind.
Die Ursachenanalyse wird dann wichtig, wenn Risiken, Abweichungen oder Nichtkonformitäten bereits erkennbar sind, ihre Hintergründe aber noch nicht verstanden werden. Sie hilft dabei, zwischen sichtbarem Problem und eigentlicher Ursache zu unterscheiden.
Das ist im Qualitätsmanagement besonders relevant, weil ein Risiko selten isoliert entsteht. Ein instabiler Prozess, wiederkehrende Fehler oder unklare Ergebnisse sind oft nur die Oberfläche. Dahinter liegen häufig unklare Zuständigkeiten, unpassende Abläufe, fehlende Ressourcen oder unzureichend umgesetzte Anforderungen. Die Ursachenanalyse hilft, diese Zusammenhänge offenzulegen und Maßnahmen so abzuleiten, dass sie im System tatsächlich etwas verändern.
Am nächsten an der operativen Praxis liegt meist die Prozessanalyse. Sie betrachtet Risiken direkt im Ablauf und damit dort, wo sie im Alltag wirksam werden. Für diese Sichtweise kann auch ein Turtle-Diagramm hilfreich sein.
Im Mittelpunkt stehen dabei:
So zeigt sich häufig, wo Prozesse instabil werden oder wo Chancen für Verbesserungen liegen. Die Prozessanalyse verbindet den risikobasierten Ansatz so direkt mit der gelebten Praxis im Unternehmen.
Der risikobasierte Ansatz soll Unsicherheiten früh sichtbar machen und den Umgang mit Risiken und Chancen im Qualitätsmanagement verbessern. In der Praxis bleibt er jedoch oft zu allgemein oder endet bei einer bloßen Bewertung, ohne dass daraus wirksame Maßnahmen entstehen.
Zwei Fehler treten dabei besonders häufig auf.
Viele Unternehmen benennen Risiken auf einer sehr abstrakten Ebene. Begriffe wie Lieferprobleme, Personalmangel oder Zeitdruck tauchen schnell auf, bleiben aber ohne klaren Bezug zu Prozessen, Anforderungen oder Ergebnissen.
Darauf kommt es an:
Der risikobasierte Ansatz wird erst dann wirksam, wenn Risiken dort betrachtet werden, wo sie im Qualitätsmanagement tatsächlich Wirkung entfalten. Allen voran Prozesse, Schnittstellen und Zuständigkeiten.
Häufiger Fehler:
Risiken werden gesammelt, aber nicht mit konkreten Abläufen oder Anforderungen verknüpft. Dadurch entsteht eher eine grobe Übersicht als eine belastbare Grundlage für Entscheidungen.
So lösen Sie es pragmatisch:
Ordnen Sie jedes relevante Risiko einem konkreten Betriebsprozess, einer Anforderung oder einem Ziel zu.
Klären Sie dabei:
Dadurch wird die Bewertung greifbarer und der weitere Handlungsbedarf klarer.
Ein weiterer Fehler zeigt sich nach der Analyse. Risiken und Chancen werden beschrieben, eingeordnet und vielleicht sogar priorisiert. Im Alltag bleibt jedoch offen, was daraus konkret folgt.
Darauf kommt es an:
Der risikobasierte Ansatz muss in die Praxis überführt werden. Erst wenn aus der Bewertung nachvollziehbare Maßnahmen entstehen, wird sie zu einem wirksamen Bestandteil des Qualitätsmanagementsystems und unterstützt die kontinuierliche Verbesserung im PDCA-Zyklus.
Häufiger Fehler:
Die Beurteilung bleibt auf Berichtsebene stehen. Verantwortlichkeiten sind unklar, Prioritäten nicht sauber gesetzt und die Umsetzung verliert im Tagesgeschäft an Verbindlichkeit.
So lösen Sie es pragmatisch:
Leiten Sie aus jeder relevanten Bewertung eine konkrete Maßnahme ab. Legen Sie fest, wer verantwortlich ist, bis wann etwas umgesetzt werden soll und woran später erkennbar wird, ob die Maßnahme tatsächlich greift.
Risikobasiert heißt, dass eine Organisation ihr Handeln an möglichen Auswirkungen, ihrer Relevanz und ihrer Wahrscheinlichkeit ausrichtet. Im Qualitätsmanagement geht es dabei um einen bewussten Umgang mit Unsicherheiten, nicht um ein separates Risikomanagement neben dem QMS.
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Wir sind das Team hinter CSM Consulting

Carsten Scheidig
Geschäftsführer & Senior Consultant
Carsten Scheidig ist Gründer und Geschäftsführer der CSM Consulting. Er absolvierte sein Studium zum Diplom-Wirtschaftspädagogen und Master of Business Administration an Universitäten in München und Konstanz. Er verfügt über langjährige Erfahrung als Berater, Auditor und Trainer für Managementsysteme. Als Lead Trainer der TÜV Süd Akademie führt Carsten Scheidig QM Fachkräfte- und Auditorenseminare durch. Er ist Lead Auditor für die BMW Group und akkreditierter Zertifizierungsauditor für 9001 und 14001.
#Ideengeber
#ZertifizierungNaUnd
„Zertifizierungen sind kein Hexenwerk. Ich spreche ISO – bin Normenmensch, aber kein Paragraphenreiter. Praxisorientiert, effizient und mit Leidenschaft für Beratung und Schulung. Familie, Freunde, Sport und mein Garten sorgen für den Ausgleich.“
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Sebastian Jürgel
Senior Consultant
Sebastian Jürgel absolvierte an der Universität der Bundeswehr sein Studium in Bildungsmanagement und Organisationsentwicklung und hat an der Allensbach Hochschule seinen MBA (GM) abgeschlossen. Er verfügt über langjährige Erfahrungen als Leiter für Qualitäts- und Umweltmanagement im Sondermaschinenbau und der Automobilzulieferindustrie sowie bei der Umsetzung von Zertifizierungen im internationalen Umfeld.
#problemlöser
#funktionierenmusses
„CSM ist nicht 9-to-5. CSM ist für den Kunden optimale Ergebnisse zu erzielen. Und nach der Arbeit? Geht es steil bergab, aber nur mit dem Bike auf dem nächsten Trail und mit ausreichend Airtime.“
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Nicole Scheidig
Senior Consultant
Nicole Scheidig ist Auditorin für Qualitätsmanagementsysteme, Food Safety und Datenschutzauditorin nach den Anforderungen der DSGVO. Durch ihre Arbeit als Trainerin und Beraterin für Implantologie und langjährige Führungskraft im medizinischen Bereich der Bundeswehr verfügt Sie über umfangreiche Erfahrung in der Medizinbranche.
„Qualität bedeutet, Verantwortung zu übernehmen und gemeinsam mit klaren Prozessen nachhaltige Ergebnisse zu erzielen. Das macht mir Freude – dafür stehe ich.“
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Antje Grimmer
Senior Consultant
Antje Grimmer hat ihre akademischen Abschlüsse in Personalmanagement und Business Administration an verschiedenen Hochschulen erlangt. Ihr Schwerpunkt liegt im Aufbau und der Weiterentwicklung von Managementsystemen für Qualität, Energie und Nachhaltigkeit.
#StructureWithHeart
„Ich liebe es, Struktur mit Empathie zu verbinden – so entstehen Lösungen, die wirklich zu unseren Kunden passen. Privat tanke ich Energie bei Familie, Freunden und Zumba.“
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Tobias Fischer
Senior Consultant
Tobias Fischer verfügt als technisch versierter Qualitätsingenieur und FMEA-Experte über umfangreiche Erfahrungen in komplexen Entwicklungsprojekten im internationalen Bereich. Sein Schwerpunkt ist die Unterstützung bei der Anwendung der Automotive Core Tools sowie die Durchführung von Audits.
#ILoveFMEAandFriends
“Mit Dynamik, Verstand und Leidenschaft für Qualität entwickle ich praxisnahe und maßgeschneiderte Lösungen, die Organisationen nachhaltig erfolgreicher und effizienter machen.”
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