Eine Nichtkonformität liegt vor, wenn eine verbindlich festgelegte Anforderung nicht eingehalten wird und damit eine überprüfbare Abweichung im Managementsystem entsteht.
Sie betreffen sowohl operative Prozesse als auch Produkte, Dokumentationen oder Steuerungsmechanismen innerhalb eines Managementsystems.
Nichtkonformitäten zeigen, ob Strukturen tatsächlich wirksam sind, und liefern konkrete Ansatzpunkte für Risikoreduzierung und Qualitätssteigerung.
Ein geregelter Prozess stellt sicher, dass Abweichungen dokumentiert, analysiert, nachhaltig korrigiert und auf ihre Wirksamkeit überprüft werden.
Die ISO 9001 verankert den strukturierten Umgang mit Nichtkonformitäten als verpflichtenden Bestandteil des Qualitätsmanagements und fordert nachvollziehbare Maßnahmen zur Verbesserung.
Eine Nichtkonformität liegt vor, wenn eine festgelegte Anforderung nicht erfüllt wird. Das klingt zunächst formal. In der Praxis bedeutet es jedoch etwas sehr Konkretes: Ein definierter Soll-Zustand (etwa aus einer ISO-Norm, einer internen Verfahrensanweisung oder einer vertraglichen Spezifikation) stimmt nicht mit dem tatsächlich umgesetzten Ist-Zustand überein. Als Synonym wird im allgemeinen Sprachgebrauch häufig von Abweichung gesprochen.
Entscheidend ist dabei die Nachweisbarkeit. Eine Nichtkonformität ist kein diffuses Problemgefühl und keine Vermutung. Sie ist eine überprüfbare Abweichung, die sich anhand von Dokumenten, Daten, Prozessen oder Produkten belegen lässt.
Im Qualitätsmanagement beschreibt sie einen systemischen Zustand. Nichtkonformitäten betreffen dabei entweder Prozesse oder Produkte, häufig stehen beide in direktem Zusammenhang.
Nicht jede Nichtkonformität ist schwerwiegend, aber jede ist relevant. Denn sie zeigt, dass ein System an einer Stelle nicht wirksam funktioniert.
Eine Produkt-Nichtkonformität liegt vor, wenn ein konkretes Produkt festgelegte Spezifikationen nicht erfüllt. Das kann technische Merkmale, Sicherheitsanforderungen, Funktionsparameter oder vertraglich zugesicherte Eigenschaften betreffen.
Typische Fälle sind:
Produkt-Nichtkonformitäten sind meist unmittelbar sichtbar. Sie betreffen einzelne Chargen oder Produkte und lassen sich durch Sperrung, Nacharbeit oder Austausch korrigieren.
Prozess-Nichtkonformitäten sind struktureller Natur. Hier wird eine definierte Vorgehensweise nicht wie vorgesehen umgesetzt – oder sie existiert nur formal, wird aber im Alltag nicht gelebt.
Beispiele sind:
Im Unterschied zur Produktabweichung betreffen Prozess-Nichtkonformitäten nicht nur einen Einzelfall, sondern die Systemwirksamkeit selbst.
Sie erhöhen das Risiko wiederkehrender Fehler, beeinflussen mehrere Bereiche gleichzeitig und bleiben häufig länger unentdeckt als sichtbare Produktmängel.
Gerade deshalb bewerten Auditoren Prozess-Nichtkonformitäten oft kritischer: Sie zeigen eine Schwäche im Steuerungsmechanismus des Managementsystems.
Nicht jede Nichtkonformität hat dieselbe Tragweite. Manche Abweichungen sind punktuell und lassen sich mit überschaubarem Aufwand beheben. Andere weisen darauf hin, dass ein Prozess grundlegend nicht funktioniert oder zentrale Anforderungen einer Norm nicht erfüllt werden.
Genau diese Einordnung ist entscheidend. Sie bestimmt, wie ernst ein Befund im Audit zu bewerten ist, welche Maßnahmen eingeleitet werden müssen und ob eine Zertifizierung nach ISO 9001 oder ISO 27001 beeinträchtigt werden kann.
Auf dieser Grundlage wird zwischen geringfügigen und schwerwiegenden Nichtkonformitäten unterschieden.
Eine geringfügige Nichtkonformität beschreibt eine einzelne, klar abgegrenzte Abweichung ohne systemischen Charakter. Das Problem ist nachvollziehbar, die Ursache meist eindeutig identifizierbar, und die Auswirkungen bleiben begrenzt.
Typische Beispiele sind:
Ein Prozessschritt wurde korrekt durchgeführt, aber nicht vollständig dokumentiert.
Eine interne Vorgabe wurde einmalig nicht eingehalten.
Ein Produkt weist eine kleine Abweichung auf, die keine sicherheitsrelevanten Folgen hat.
Geringfügige Nichtkonformitäten zeigen Optimierungsbedarf, stellen jedoch die grundsätzliche Funktionsfähigkeit der Systeme nicht infrage. In Audits werden sie häufig als einzelne Befunde bewertet.
Dennoch gilt: Auch eine geringfügige Nichtkonformität erfordert Korrekturmaßnahmen. Wird sie ignoriert oder wiederholt sie sich, kann aus einem isolierten Problem schnell ein strukturelles werden.
Eine schwerwiegende Nichtkonformität geht darüber hinaus. Sie betrifft zentrale Anforderungen einer Norm oder zeigt, dass ein Prozess grundsätzlich nicht wirksam umgesetzt wird.
Hier liegt nicht nur eine einzelne Nichtübereinstimmung vor, sondern ein systemisches Problem mit relevanten Auswirkungen.
Übliche Beispiele sind:






Nichtkonformitäten entstehen selten durch Zufall. Hinter Abweichungen stehen in der Regel strukturelle Schwächen im Management, in Prozessen oder in der Umsetzung von ISO-Anforderungen.
Typische Ursachen sind:
Nicht entscheidend ist, dass eine Nichtkonformität auftritt. Entscheidend ist, wie strukturiert sie behandelt wird. Ein wirksames Qualitätsmanagement zeigt sich nicht im Vermeiden einzelner Abweichungen, sondern in der Fähigkeit, sie systematisch zu analysieren, zu korrigieren und ihr Wiederauftreten zu verhindern.
ISO-Normen wie die ISO 9001 oder ISO 27001 verlangen daher kein perfektes System. Sie verlangen ein lernendes System. Ein klar definierter Prozess sorgt für eindeutige Zuständigkeiten, dokumentierte Maßnahmen und überprüfbare Wirksamkeit.
Der systematische Umgang mit Nichtkonformitäten folgt typischerweise vier Schritten.
Jede Nichtkonformität muss eindeutig beschrieben und nachvollziehbar dokumentiert werden. Ohne belastbare Fakten gibt es keine fundierte Bewertung.
In Audits stellen Auditoren Abweichungen anhand objektiver Nachweise fest: Dokumente, Daten, Interviews oder Prozessbeobachtungen – entsprechend den Leitlinien der ISO 19011 zur Auditdurchführung. Doch auch außerhalb eines Audits sollen Mitarbeiter Abweichungen frühzeitig melden. Hier beginnt die Überwachung des QM-Systems im Alltag.
Wesentliche Inhalte einer Dokumentation sind:
Eine reine Fehlerbehebung reicht nicht aus, Ziel ist es, die eigentliche Ursache zu erkennen.
Typische Fragen lauten:
Methoden wie die 5-Why-Analyse oder das Ishikawa-Diagramm helfen, strukturiert vorzugehen. Entscheidend ist jedoch weniger die Methode als die Haltung: Die Analyse richtet sich auf Prozesse, nicht auf Personen. Erst wenn die Ursache klar benannt ist, beginnt echte Verbesserung.
Im Qualitätsmanagement wird klar zwischen Korrektur und Korrekturmaßnahme unterschieden.
Korrektur bedeutet: Das konkrete Problem wird behoben. Zum Beispiel: Ein nicht konformes Produkt wird gesperrt. Eine fehlende Dokumentation wird nachgeholt.
Damit ist die akute Abweichung beseitigt.
Eine Korrekturmaßnahme hingegen zielt auf die Ursache.
Zum Beispiel: Das Verfahren wird angepasst. Zuständigkeiten werden präzisiert. Mitarbeiter werden geschult. Automatisierte Prüfungen werden ergänzt.
Hier entscheidet sich, ob eine Organisation aus Fehlern lernt oder nur reagiert.
Gerade Auditoren prüfen genau diese Differenzierung. Wird lediglich korrigiert, ohne strukturelle Maßnahmen einzuleiten, gilt die Nichtkonformität im Sinne vieler Normen nicht als wirksam behandelt.
Eine Maßnahme ist erst abgeschlossen, wenn ihre Wirksamkeit überprüft wurde. Ohne diesen Schritt bleibt unklar, ob das Problem tatsächlich gelöst ist oder lediglich vorübergehend verschwindet.
Die Wirksamkeitsprüfung beantwortet eine einfache Frage: Tritt die Nichtkonformität erneut auf?
Zur Überwachung können dienen:
erneute Prozessprüfungen
Kennzahlen zur Wiederholungsrate
Auswertung relevanter Daten
Erst wenn die Wirksamkeit belegt ist, kann der Vorgang formell abgeschlossen werden. Und genau an diesem Punkt beginnt der kontinuierliche Verbesserungsprozess im Sinne des PDCA-Zyklus von Neuem.
Nichtkonformitäten lassen sich nur dann wirksam steuern, wenn sie messbar gemacht werden. Im Qualitätsmanagement geht es nicht darum, möglichst viele Daten zu sammeln. Entscheidend ist, die richtigen Indikatoren zu definieren.
Sie zeigen, ob Maßnahmen greifen, ob Prozesse stabil laufen und ob eine Organisation aus Abweichungen tatsächlich lernt und ob definierte Qualitätsziele realistisch erreicht werden können.
Im Qualitätsmanagement haben sich einige zentrale Qualitätskennzahlen etabliert:
Nichtkonformitäten werden nur dann frühzeitig sichtbar, wenn alle Mitarbeiter Abweichungen melden können, ohne Sanktionen befürchten zu müssen. Vertuschung aus Angst vor Konsequenzen ist für jedes Unternehmen riskanter als der Fehler selbst.
Eine funktionierende Fehlerkultur sorgt dafür, dass Nichtkonformitäten offen analysiert werden. Sie stärkt die Standards der Organisation und erhöht den Schutz vor systemischen Risiken. Das gilt besonders in regulierten Bereichen, in denen Behörden belastbare Nachweise zur Wirksamkeit des Managementsystems erwarten.
Eine reife Fehlerkultur trennt klar zwischen Person und System. Sie fragt nicht, wer schuld ist, sondern warum ein Prozess die gewünschte Konformität nicht sichergestellt hat. Genau hier beginnt nachhaltige Verbesserung.
Nichtkonformitäten vollständig zu verhindern, ist unrealistisch. Ihre Häufigkeit und Bedeutung lassen sich jedoch deutlich reduzieren, wenn Prozesse klar strukturiert und verständlich gestaltet sind.
Prävention beginnt im Management. Anforderungen müssen eindeutig definiert, dokumentiert und kommuniziert werden. Komplexe Regelwerke ohne Praxisbezug führen häufig zu Nichteinhaltung, nicht zu höherer Qualität.
Ein wirksames Qualitätsmanagement berücksichtigt deshalb drei zentrale Faktoren:
Typische Beispiele für eine Nichtkonformität sind:
Ein Prozess wird nicht wie festgelegt durchgeführt.
Eine vorgeschriebene Prüfung fehlt oder ist nicht dokumentiert.
Ein Produkt erfüllt definierte Eigenschaften nicht.
Beschlossene Maßnahmen aus einem Audit bleiben ohne Umsetzung.
Nichtkonforme Produkte sind Erzeugnisse, die definierte Anforderungen nicht erfüllen, wie z. B. technische Spezifikationen, Sicherheitsvorgaben oder regulatorische Kriterien. Für Hersteller kann dies erhebliche Auswirkungen haben, insbesondere wenn Produkte bereits auf dem Markt bereitgestellt wurden. In solchen Fällen sind geeignete Abhilfemaßnahmen erforderlich, um Risiken für Kunden zu vermeiden und die Konformität wiederherzustellen.
Normkonformität beschreibt die vollständige Erfüllung festgelegter Anforderungen aus einer bestimmten Norm oder einem Managementsystem. Sie ist die Grundlage für Zertifizierungen und bildet den Maßstab in Audits. Im Qualitätsmanagement bedeutet Normkonformität, dass Prozesse wirksam umgesetzt und dokumentiert sind, und dass Abweichungen systematisch erkannt und behandelt werden.
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Wir sind das Team hinter CSM Consulting

Carsten Scheidig
Geschäftsführer & Senior Consultant
Carsten Scheidig ist Gründer und Geschäftsführer der CSM Consulting. Er absolvierte sein Studium zum Diplom-Wirtschaftspädagogen und Master of Business Administration an Universitäten in München und Konstanz. Er verfügt über langjährige Erfahrung als Berater, Auditor und Trainer für Managementsysteme. Als Lead Trainer der TÜV Süd Akademie führt Carsten Scheidig QM Fachkräfte- und Auditorenseminare durch. Er ist Lead Auditor für die BMW Group und akkreditierter Zertifizierungsauditor für 9001 und 14001.
#Ideengeber
#ZertifizierungNaUnd
„Zertifizierungen sind kein Hexenwerk. Ich spreche ISO – bin Normenmensch, aber kein Paragraphenreiter. Praxisorientiert, effizient und mit Leidenschaft für Beratung und Schulung. Familie, Freunde, Sport und mein Garten sorgen für den Ausgleich.“
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Sebastian Jürgel
Senior Consultant
Sebastian Jürgel absolvierte an der Universität der Bundeswehr sein Studium in Bildungsmanagement und Organisationsentwicklung und hat an der Allensbach Hochschule seinen MBA (GM) abgeschlossen. Er verfügt über langjährige Erfahrungen als Leiter für Qualitäts- und Umweltmanagement im Sondermaschinenbau und der Automobilzulieferindustrie sowie bei der Umsetzung von Zertifizierungen im internationalen Umfeld.
#problemlöser
#funktionierenmusses
„CSM ist nicht 9-to-5. CSM ist für den Kunden optimale Ergebnisse zu erzielen. Und nach der Arbeit? Geht es steil bergab, aber nur mit dem Bike auf dem nächsten Trail und mit ausreichend Airtime.“
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Nicole Scheidig
Senior Consultant
Nicole Scheidig ist Auditorin für Qualitätsmanagementsysteme, Food Safety und Datenschutzauditorin nach den Anforderungen der DSGVO. Durch ihre Arbeit als Trainerin und Beraterin für Implantologie und langjährige Führungskraft im medizinischen Bereich der Bundeswehr verfügt Sie über umfangreiche Erfahrung in der Medizinbranche.
„Qualität bedeutet, Verantwortung zu übernehmen und gemeinsam mit klaren Prozessen nachhaltige Ergebnisse zu erzielen. Das macht mir Freude – dafür stehe ich.“
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Antje Grimmer
Senior Consultant
Antje Grimmer hat ihre akademischen Abschlüsse in Personalmanagement und Business Administration an verschiedenen Hochschulen erlangt. Ihr Schwerpunkt liegt im Aufbau und der Weiterentwicklung von Managementsystemen für Qualität, Energie und Nachhaltigkeit.
#StructureWithHeart
„Ich liebe es, Struktur mit Empathie zu verbinden – so entstehen Lösungen, die wirklich zu unseren Kunden passen. Privat tanke ich Energie bei Familie, Freunden und Zumba.“
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Tobias Fischer
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Tobias Fischer verfügt als technisch versierter Qualitätsingenieur und FMEA-Experte über umfangreiche Erfahrungen in komplexen Entwicklungsprojekten im internationalen Bereich. Sein Schwerpunkt ist die Unterstützung bei der Anwendung der Automotive Core Tools sowie die Durchführung von Audits.
#ILoveFMEAandFriends
“Mit Dynamik, Verstand und Leidenschaft für Qualität entwickle ich praxisnahe und maßgeschneiderte Lösungen, die Organisationen nachhaltig erfolgreicher und effizienter machen.”
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