ISO 9001 Matrixzertifizierung

ISO 9001 Matrixzertifizierung

Eine ISO 9001 Matrixzertifizierung kann mehrere Standorte unter einem gemeinsamen Qualitätsmanagementsystem und Zertifikat zusammenführen. Ob dabei Standortstichproben zulässig sind, hängt von der zentralen Steuerung und der Vergleichbarkeit der Prozesse ab.

ISO 9001 Matrixzertifizierung – Auf einen Blick

Was setzt die Matrixzertifizierung voraus?

Ein tatsächlich gemeinsam geführtes Managementsystem mit einer entscheidenden Funktion, die verbindlich steuern und eingreifen kann.

Wann werden nur ausgewählte Standorte geprüft?

Standortstichproben sind nur für geeignete Gruppen mit fast identischen Prozessen oder Tätigkeiten möglich.

Welche Standorte umfasst das Zertifikat?

Es umfasst die einbezogenen Standorte mit ihren jeweiligen Tätigkeiten. Ziel ist ein eindeutig abgegrenzter Geltungsbereich.

Welche Risiken teilen die Standorte?

Systemische Probleme an einem Standort können Auswirkungen auf den gesamten zertifizierten Verbund haben.

Was bedeutet Matrixzertifizierung nach DIN EN ISO 9001?

Mit Matrixzertifizierung ist häufig die Multi-Site-Zertifizierung einer Organisation mit mehreren Standorten gemeint. Zertifiziert wird das gemeinsame Managementsystem. Bei geeigneten Standortgruppen kann die externe Auditierung über ein Stichprobenverfahren erfolgen, statt jeden Standort bei jedem Audit einzeln zu prüfen.

Das Verfahren kann beispielsweise für Filialunternehmen oder Dienstleister mit vergleichbaren Niederlassungen sinnvoll sein. Mehrere Standorte allein reichen aber nicht aus. Auch eine Gruppe rechtlich selbstständiger Gesellschaften benötigt die erforderliche rechtliche oder vertragliche Verbindung und eine nachweisbare gemeinsame Steuerung.

Das verbindliche Dokument IAF MD 1 regelt die Auditierung und Zertifizierung von Managementsystemen in Organisationen mit mehreren Standorten im akkreditierten Verfahren. Die DAkkS überwacht in Deutschland die Kompetenz akkreditierter Zertifizierungsstellen.

Gemeinsames Qualitätsmanagement mit CSM Consulting vorbereiten

Sie möchten Ihr Qualitätsmanagement standortübergreifend aufstellen? Unsere ISO 9001 Beratung unterstützt Sie bei gemeinsamen Prozessen und klaren Verantwortlichkeiten. Besprechen Sie mit CSM Consulting, welche Vorbereitung Ihre Organisation benötigt.

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Welche Voraussetzungen muss das Unternehmen erfüllen?

Für eine Zertifizierung mehrerer Standorte muss das gemeinsame Managementsystem zentral gesteuert werden und an den beteiligten Standorten wirksam sein. Für Standortstichproben kommen weitere Eignungskriterien hinzu.

Eine zentrale Funktion mit tatsächlicher Befugnis

Die zentrale Funktion muss Teil der Organisation sein und das gemeinsame Managementsystem festlegen, einführen und aufrechterhalten können. Sie darf nicht als bloße Aufgabe an eine externe Organisation ausgelagert sein. Eine gemeinsame Verwaltung oder ein Beratungsvertrag allein belegen noch keine ausreichende Steuerungsbefugnis.

In der Praxis muss erkennbar sein, wer verbindliche Änderungen durchsetzt und Ressourcen bereitstellt. Klären Sie beispielsweise, wer bei einem wiederkehrenden Qualitätsproblem den betroffenen Prozess an allen Niederlassungen ändern lassen kann.

Gemeinsame Prozesse mit geregelten lokalen Besonderheiten

Ein gemeinsames System braucht klare Vorgaben und nachvollziehbare Schnittstellen. Eine Prozesslandkarte hilft, zentrale und lokale Tätigkeiten zu unterscheiden.

Für die Stichprobe müssen die Tätigkeiten innerhalb der betrachteten Gruppe sehr ähnlich sein. Unterschiede bei Produkten, Arbeitsverfahren, Schichtbetrieb oder lokalen Anforderungen beeinflussen die Bewertung. Standorte mit eigenständigen Prozessen können eine andere Auditplanung benötigen.

Standortübergreifende Bewertung und interne Audits

Alle Standorte müssen dem gemeinsamen internen Auditprogramm unterliegen. Die zentrale Funktion sammelt und bewertet die relevanten Daten, etwa zu Beschwerden und Korrekturmaßnahmen. Das Reklamationsmanagement muss deshalb Informationen aus den Niederlassungen zuverlässig zusammenführen.

Eine zentrale Managementbewertung betrachtet das gesamte System. Gemeinsame Qualitätsziele und vergleichbare Kennzahlen unterstützen diese Steuerung. Die Bewertung darf problematische Bereiche nicht durch einen guten Gesamtdurchschnitt verdecken.

Eignungscheck: Passt die Matrixzertifizierung zu Ihrer Organisation?

Die folgende Entscheidungshilfe zeigt, welche Nachweise Sie für das Gespräch mit der Zertifizierungsstelle vorbereiten können.

Wichtig zu wissen: Sie ersetzt deren Prüfung nicht und muss zur tatsächlichen Lage Ihrer Organisation passen!

Prüffrage

Geeigneter Nachweis

Wenn die Antwort offen ist

Kann die zentrale Funktion verbindlich eingreifen?

Organisationsregelung, Befugnisse und Beispiele durchgesetzter Maßnahmen.

Zuerst die gemeinsame Steuerung klären.

Arbeiten die Standorte unter einem QMS?

Gemeinsame Vorgaben, lokale Ergänzungen und geregelte Dokumentenlenkung.

Systemgrenzen und Schnittstellen bereinigen.

Sind Prozesse für eine Stichprobe sehr ähnlich?

Standortliste mit Tätigkeiten, Besonderheiten und Prozessvergleich.

Geeignete Gruppen und separat zu prüfende Standorte unterscheiden.

Werden alle Standorte intern bewertet?

Auditprogramm, Ergebnisse und zentrale Managementbewertung.

Fehlende Einbindung vor der Zertifizierung bearbeiten.

Beispiel: Zwei Niederlassungen nutzen dieselbe Auftragsprüfung, doch eine fertigt zusätzlich Sonderprodukte. Prüfen Sie deshalb getrennt, welche Tätigkeiten vergleichbar sind und welcher zusätzliche Prozess vor Ort auditiert werden muss.

Wie funktioniert das Stichprobenverfahren?

Die Zertifizierungsstelle legt die Standortauswahl anhand der geltenden Regeln und Risiken fest. Für geeignete Gruppen nennt IAF MD 1 Mindestgrößen auf Basis der Quadratwurzel der Standortzahl. Ein Anteil von mindestens 25 Prozent der Stichprobe wird zufällig ausgewählt; weitere Standorte werden gezielt nach relevanten Unterschieden und Risiken bestimmt.

Die zentrale Funktion wird bei der Erstzertifizierung und jeder Rezertifizierung sowie mindestens einmal je Kalenderjahr im Rahmen der Überwachung auditiert. Sie muss nicht am Hauptsitz liegen. Die Aussage, ausschließlich die Hauptniederlassung werde jedes Jahr geprüft, wäre daher ungenau.

Rechenbeispiel für 25 vergleichbare Niederlassungen

Angenommen, eine geeignete Gruppe umfasst 25 Niederlassungen zuzüglich einer separat betrachteten zentralen Funktion. Ohne risikobedingte Erhöhung ergeben sich folgende rechnerische Mindeststichproben. Bruchteile werden stets auf ganze Standorte aufgerundet.

Auditart

Berechnung

Niederlassungen in der Stichprobe

Erstzertifizierung

√25

5

Jährliche Überwachung

0,6 × √25

3

Rezertifizierung, regulär

√25

5

Rezertifizierung, mögliche Reduktion bei nachgewiesener Wirksamkeit über den Zyklus

0,8 × √25

4

Hinweis: Das ist ein vereinfachtes Rechenbeispiel, kein Angebot und keine Zusage für Ihren Betrieb. Besondere Risiken, Hierarchieebenen oder unterschiedliche Standortgruppen können die Stichprobe verändern. Aus der Zahl der besuchten Niederlassungen folgt außerdem nicht unmittelbar die Zahl der Audittage.

Wie läuft die Zertifizierung ab?

Zur Vorbereitung stellen Sie Standortliste, Geltungsbereich, Tätigkeiten, Mitarbeiterzahlen und zentrale Befugnisse zusammen. Eine GAP-Analyse und ein internes Audit helfen, Lücken im gemeinsamen System sichtbar zu machen. Ein zusätzliches Voraudit ist optional.

Die Zertifizierungsstelle bewertet das Managementsystem anhand der DIN EN ISO 9001, prüft die Eignung für das Multi-Site-Verfahren und plant das Zertifizierungsaudit. Bei der Erstzertifizierung klärt Stufe 1 die Bereitschaft und Planung; Stufe 2 prüft die Umsetzung und Wirksamkeit. Der Auditplan ordnet Standorte, Themen und Ansprechpartner zu.

Nach der Durchführung des Zertifizierungsaudits bespricht der Auditor die Ergebnisse und informiert über festgestellte Nichtkonformitäten. Die unabhängige Zertifizierungsentscheidung folgt nach der erforderlichen Bewertung. Das Zertifikat gilt im üblichen Zyklus drei Jahre, begleitet von jährlichen Überwachungsaudits. Die Rezertifizierung bewertet wie das erste Zertifizierungsaudit die Konformität und Wirksamkeit des Systems. Für die lückenlose Erneuerung muss das Rezertifizierungsverfahren rechtzeitig vor Ablauf abgeschlossen sein.

Welche Vorteile, Kosten und Risiken entstehen?

Ein gemeinsam gesteuertes Qualitätsmanagement kann Doppelarbeit reduzieren, Wissen übertragbar machen und die Zufriedenheit der Kunden stärken. Einheitliche Qualität kann das Vertrauen der Kunden und die Wettbewerbsfähigkeit im Markt unterstützen. Gegenüber separaten Einzelzertifizierungen lassen sich bei zulässiger Stichprobe externe Auditkosten und Koordinationsaufwand verringern. Dem stehen Ressourcen für zentrale Koordination, interne Audits und die laufende Umsetzung an allen Standorten gegenüber.

Vergleichen Sie Angebote nach Gesamtaufwand und Fachkompetenz. Standortzahl, Tätigkeiten, Mitarbeiter, Reisen und Auditumfang beeinflussen die Kosten. Ein pauschaler Tagessatz oder eine garantierte Einsparquote bilden diese Unterschiede nicht ab. Prüfen Sie außerdem, ob der Akkreditierungsumfang der gewählten Gesellschaft zum Vorhaben passt.

Bei einer Nichtkonformität muss untersucht werden, ob weitere Standorte betroffen sind. Ein geregelter Umgang mit Feststellungen ist deshalb wichtig. Ein systemischer Fehler verlangt entsprechende Maßnahmen im gesamten betroffenen Bereich. Wesentliche offene Nichtkonformitäten können die Zertifizierung des gesamten Verbunds verhindern; ein problematischer Standort darf nicht nur zur Umgehung dieser Feststellung ausgeschlossen werden.

Ob zusätzliche Prüfungen vor Ort nötig sind, richtet sich nach der Feststellung und den erforderlichen Nachweisen. Nicht jede Abweichung führt automatisch zum selben Nachaudit. Die Folgen für das gemeinsame Zertifikat müssen dennoch zentral bewertet und gesteuert werden.

Häufige Fragen und Antworten

Nein. Ein QM-Handbuch kann das System beschreiben, ist als bestimmtes Dokument aber nicht vorgeschrieben. Entscheidend sind wirksame Steuerung, angemessene Dokumentation und die tatsächliche Anwendung an allen beteiligten Standorten.

Ja, nach Bewertung durch die Zertifizierungsstelle. Melden Sie neue Standorte und deren Tätigkeiten frühzeitig. Vor der Aufnahme sind die erforderlichen Prüfungen festzulegen; anschließend wird die künftige Audit- und Stichprobenplanung angepasst.

Mehrere Managementsysteme lassen sich integrieren, etwa das Umweltmanagement nach ISO 14001. Umweltmanagement betrachtet Umweltaspekte, Arbeitsschutzmanagement nach ISO 45001 Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit und Energiemanagement nach ISO 50001 die energiebezogene Leistung. Die Stichprobenregeln für ISO 9001 dürfen deshalb nicht ungeprüft auf andere Zertifizierungsprogramme übertragen werden.

ISO 9001:2026 wurde am 16. September 2026 veröffentlicht und löst ISO 9001:2015 als aktuelle Normausgabe ab. Verfolgen Sie die ISO 9001 Revision und stimmen Sie die geltenden Übergangsanforderungen mit der Zertifizierungsstelle ab.

Ja. Durch die Matrixzertifizierung können Auditkosten signifikant reduziert werden, wenn die Voraussetzungen für eine standortübergreifende Zertifizierung mit Stichprobenverfahren erfüllt sind. Wie hoch die tatsächliche Kostenersparnis ausfällt, hängt unter anderem von der Anzahl, Vergleichbarkeit und Verteilung der Standorte sowie dem jeweiligen Auditumfang ab.

Ihr Ansprechpartner für ISO 9001

Inhalt

Wir sind das Team hinter
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Porträt eines lächelnden Mannes im Anzug

Carsten Scheidig

Geschäftsführer  &  Senior Consultant

Carsten Scheidig ist Gründer und Geschäftsführer der CSM Consulting. 
Er absolvierte sein Studium zum Diplom-Wirtschaftspädagogen und Master of Business Administration an Universitäten in München und Konstanz. Er verfügt über langjährige Erfahrung als Berater, Auditor und Trainer für Managementsysteme. Als Lead Trainer der TÜV Süd Akademie führt Carsten Scheidig QM Fachkräfte- und Auditorenseminare durch. Er ist Lead Auditor für die BMW Group und akkreditierter Zertifizierungsauditor für 9001 und 14001.

#Ideengeber
#ZertifizierungNaUnd 

„Zertifizierungen sind kein Hexenwerk. Ich spreche ISO – bin Normenmensch, aber kein Paragraphenreiter. Praxisorientiert, effizient und mit Leidenschaft für Beratung und Schulung. Familie, Freunde, Sport und mein Garten sorgen für den Ausgleich.“ 

Sebastian Jürgel

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Sebastian Jürgel, Senior Consultant bei CSM Consulting

Sebastian Jürgel

Senior  Consultant

Sebastian Jürgel absolvierte an der Universität der Bundeswehr sein Studium in Bildungsmanagement und Organisationsentwicklung und hat an der Allensbach Hochschule seinen MBA (GM) abgeschlossen. Er verfügt über langjährige Erfahrungen als Leiter für Qualitäts- und Umweltmanagement im Sondermaschinenbau und der Automobilzulieferindustrie sowie bei der Umsetzung von Zertifizierungen im internationalen Umfeld.

#problemlöser
#funktionierenmusses

„CSM ist nicht 9-to-5. CSM ist für den Kunden optimale Ergebnisse zu erzielen. Und nach der Arbeit? Geht es steil bergab, aber nur mit dem Bike auf dem nächsten Trail und mit ausreichend Airtime.“

Nicole Scheidig

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Porträt einer lächelnden Frau mit Ohrringen

Nicole Scheidig

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Nicole Scheidig ist Auditorin für Qualitätsmanagementsysteme, Food Safety und Datenschutzauditorin nach den Anforderungen der DSGVO. Durch ihre Arbeit als Trainerin und Beraterin für Implantologie und langjährige Führungskraft im medizinischen Bereich der Bundeswehr verfügt Sie über umfangreiche Erfahrung in der Medizinbranche.

„Qualität bedeutet, Verantwortung zu übernehmen und gemeinsam mit klaren Prozessen nachhaltige Ergebnisse zu erzielen. Das macht mir Freude – dafür stehe ich.“

Antje Grimmer

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Antje Grimmer hat ihre akademischen Abschlüsse in Personalmanagement und Business Administration an verschiedenen Hochschulen erlangt. Ihr Schwerpunkt liegt im Aufbau und der Weiterentwicklung von Managementsystemen für Qualität, Energie und Nachhaltigkeit.

#StructureWithHeart

„Ich liebe es, Struktur mit Empathie zu verbinden – so entstehen Lösungen, die wirklich zu unseren Kunden passen. Privat tanke ich Energie bei Familie, Freunden und Zumba.“

Tobias Fischer

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Junger Mann in Anzug vor grauem Hintergrund

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Tobias Fischer verfügt als technisch versierter Qualitätsingenieur und FMEA-Experte über umfangreiche Erfahrungen in komplexen Entwicklungsprojekten im internationalen Bereich. Sein Schwerpunkt ist die Unterstützung bei der Anwendung der Automotive Core Tools sowie die Durchführung von Audits.

#ILoveFMEAandFriends

“Mit Dynamik, Verstand und Leidenschaft für Qualität entwickle ich praxisnahe und maßgeschneiderte Lösungen, die Organisationen nachhaltig erfolgreicher und effizienter machen.”

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