Welche Rolle spielt ISO 42005 für ISO 42001 und den AI Act?
Als Ergänzung zum KI-Managementsystem nach ISO 42001 unterstützt ISO 42005 den Aufbau belastbarer Nachweise für Governance, Risikobewertung und Anforderungen aus dem EU-AI-Act.
Die ISO/IEC 42005 ist ein internationaler Leitfaden für KI-Folgenabschätzungen. Sie beschreibt, wie Unternehmen die Auswirkungen von KI-Systemen strukturiert bewerten, dokumentieren und über den gesamten Lebenszyklus überwachen.
Die Norm wurde im Mai 2025 veröffentlicht und gehört zur gleichen Normenfamilie wie ISO 42001. Während ISO 42001 den Rahmen für ein KI-Managementsystem vorgibt, liefert ISO/IEC 42005 eine praktische Methodik für die KI-System-Folgenabschätzung. Gemeint ist eine systematische Bewertung der positiven und negativen Auswirkungen eines KI-Systems auf Personen, Gruppen, Prozesse, Gesellschaft und Umwelt.
Damit erweitert die Norm den klassischen IT-Blick. Es geht bei ISO/IEC 42005 weniger um reine Technikwerte wie Verfügbarkeit oder Performance. Bewertet werden auch Fragen zu Fairness, Transparenz, Privatsphäre, Sicherheit, menschlicher Aufsicht und möglichen Fehlentscheidungen.
Eine Zertifizierungsnorm ist ISO/IEC 42005 selbst nicht. Für Unternehmen bleibt sie trotzdem relevant, sie hilft aber dabei, Nachweise für AI-Governance, Risikobewertung und verantwortungsvolle KI-Nutzung aufzubauen. Das kann besonders relevant werden, wenn ein Unternehmen ein KI-Managementsystem nach ISO 42001 vorbereitet oder Anforderungen aus dem AI-Act nachvollziehbar erfüllen möchte.
Unternehmen brauchen KI-Folgenabschätzungen, weil KI-Systeme reale Auswirkungen auf Menschen, Entscheidungen und Geschäftsprozesse haben können. Eine Folgenabschätzung hilft, Chancen und Risiken vor dem Einsatz sichtbar zu machen und später im Betrieb weiter zu überwachen.
Künstliche Intelligenz unterscheidet sich von klassischer Software. Ein KI-System kann auf Basis neuer Daten andere Ergebnisse liefern als im ursprünglichen Test. Genau daraus entstehen Risiken wie Bias, Modell-Drift, mangelnde Erklärbarkeit oder fehlerhafte Entscheidungen in sensiblen Bereichen.
Eine Folgenabschätzung macht diese Punkte prüfbar. Unternehmen dokumentieren, wer betroffen ist, welche positiven und negativen Auswirkungen möglich sind, welche Maßnahmen greifen und wann die Bewertung aktualisiert werden muss. Für ein Zertifizierungsaudit nach ISO 42001 liefert das wichtige Nachweise und senkt das Risiko einer Nichtkonformität.






Für eine wirksame AI-Governance braucht es nachvollziehbare Entscheidungen, klare Zuständigkeiten und belastbare Nachweise. Stärkt die AI-Governance, weil die Norm Folgenabschätzungen in bestehende Entscheidungs- und Kontrollstrukturen einbindet. Unternehmen erhalten damit einen praktischen Rahmen, um technische, rechtliche und organisatorische Risiken gemeinsam zu bewerten.
Das ist besonders wichtig, weil KI selten nur für die IT ein Thema ist. Je nach Anwendung sind Entwicklung, Datenschutz, Compliance, Einkauf, Fachbereiche und Geschäftsführung beteiligt. Die Norm unterstützt genau diese Verbindung und hilft dabei, Verantwortlichkeiten, Bewertungswege und Nachweise sauber zu ordnen.
Die im Mai 2025 veröffentlichte ISO/IEC 42005:2025 umfasst 39 Seiten an Richtlinien und ist für alle Organisationen relevant, die KI-Systeme nutzen, entwickeln oder bereitstellen. Sie ergänzt bestehende Governance-Strukturen, etwa ein KI-Managementsystem nach ISO 42001, durch eine konkrete Methodik für Wirkungsbewertungen.
Für die Führungsebene entsteht dadurch eine belastbare Entscheidungsgrundlage. Folgenabschätzungen zeigen, wo Risiken liegen, welche Maßnahmen greifen und ob ein KI-System im laufenden Betrieb weiter vertretbar bleibt.
Der Nutzen von ISO/IEC 42002 entsteht erst in der praktischen Anwendung. Begriffe sollten daher in Dokumentation, Prozesse, Schulungen und Vorlagen übernommen werden.
Erst wenn alle Beteiligten dieselbe Terminologie verwenden, lassen sich KI-Systeme konsistent bewerten, Risiken nachvollziehbar dokumentieren und Auditnachweise effizient erstellen.
So entsteht ein belastbares Fundament für die jährliche Managementbewertung, interne Audits und spätere Zertifizierungsfragen.
Betroffene Gruppen gehören früh in den Bewertungsprozess einbezogen. Zu prüfen ist, welche Personen, Gruppen oder Geschäftsbereiche direkt oder indirekt vom KI-System betroffen sind.
Betroffen sein können zum Beispiel:
Mitarbeiter
Kunden
Bewerber
Lieferanten
Nutzer
externe Partner
Eine KI-Folgenabschätzung geht über technische Funktionsfragen hinaus. Sie zeigt, wie KI Entscheidungen, Vertrauen, Rechte und Handlungsspielräume beeinflussen kann.
Die Folgenabschätzung endet nicht mit der Freigabe. ISO/IEC 42005 verlangt den Blick auf den gesamten KI-Lebenszyklus, also von Planung und Entwicklung bis Betrieb, Änderung und Stilllegung.
Im laufenden Betrieb zählt vor allem, ob Modellverhalten, Datenqualität und Auswirkungen stabil bleiben. Werden Abweichungen, neue Risiken oder unerwartete Schäden sichtbar, greifen Prozesse aus Fehlermanagement und kontinuierlicher Verbesserung. So bleibt die Bewertung anschlussfähig an das Managementsystem und verliert nach dem Projektstart nicht ihren Wert.
Eine KI-Risiko- und Folgenabschätzung bewertet die Auswirkungen von KI-Systemen auf Menschen, Organisationen, Grundrechte und gesellschaftliche Interessen. ISO/IEC 42005 erweitert damit den Blick über klassische IT-Risiken hinaus. Im Mittelpunkt stehen Bedrohungspotenziale, die durch automatisierte Entscheidungen, Datenverarbeitung oder schwer erklärbare Modelle entstehen können.
Dadurch lassen sich Risiken frühzeitig erkennen, geeignete Maßnahmen ableiten und Entscheidungen nachvollziehbar dokumentieren.
Im Zusammenspiel erfüllen ISO/IEC 42005, ISO 42001 und der AI Act unterschiedliche Aufgaben. Zusammen bilden sie einen starken Rahmen für AI-Governance, Risikobewertung, Dokumentation und gesetzliche Nachweisfähigkeit.
Während der AI Act rechtliche Anforderungen definiert, liefert ISO 42001 die Managementsystem-Struktur und ISO/IEC 42005 die methodische Grundlage für fundierte KI-Folgenabschätzungen.
Daraus entsteht für Unternehmen ein klarer Vorteil. Die Folgenabschätzung nach ISO/IEC 42005 kann in bestehende Managementsysteme eingebunden werden, etwa über Prozesse aus der Harmonized Structure, ein internes Audit oder vorhandene Strukturen aus ISO 27001.
Eine strukturierte KI-Folgenabschätzung zeigt früh, wie KI-Systeme Kunden, Mitarbeiter, Prozesse, Rechte und Vertrauen beeinflussen können. Unternehmen erkennen Risiken wie Bias, fehlende Transparenz oder Datenschutzprobleme früher und können Gegenmaßnahmen vor dem Live-Betrieb festlegen. Für das ISO-42001-Audit liefert die Analyse wichtige Nachweise und unterstützt auch die Einordnung zur europäischen KI-Verordnung.
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Wir sind das Team hinter CSM Consulting

Carsten Scheidig
Geschäftsführer & Senior Consultant
Carsten Scheidig ist Gründer und Geschäftsführer der CSM Consulting. Er absolvierte sein Studium zum Diplom-Wirtschaftspädagogen und Master of Business Administration an Universitäten in München und Konstanz. Er verfügt über langjährige Erfahrung als Berater, Auditor und Trainer für Managementsysteme. Als Lead Trainer der TÜV Süd Akademie führt Carsten Scheidig QM Fachkräfte- und Auditorenseminare durch. Er ist Lead Auditor für die BMW Group und akkreditierter Zertifizierungsauditor für 9001 und 14001.
#Ideengeber
#ZertifizierungNaUnd
„Zertifizierungen sind kein Hexenwerk. Ich spreche ISO – bin Normenmensch, aber kein Paragraphenreiter. Praxisorientiert, effizient und mit Leidenschaft für Beratung und Schulung. Familie, Freunde, Sport und mein Garten sorgen für den Ausgleich.“
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Sebastian Jürgel
Senior Consultant
Sebastian Jürgel absolvierte an der Universität der Bundeswehr sein Studium in Bildungsmanagement und Organisationsentwicklung und hat an der Allensbach Hochschule seinen MBA (GM) abgeschlossen. Er verfügt über langjährige Erfahrungen als Leiter für Qualitäts- und Umweltmanagement im Sondermaschinenbau und der Automobilzulieferindustrie sowie bei der Umsetzung von Zertifizierungen im internationalen Umfeld.
#problemlöser
#funktionierenmusses
„CSM ist nicht 9-to-5. CSM ist für den Kunden optimale Ergebnisse zu erzielen. Und nach der Arbeit? Geht es steil bergab, aber nur mit dem Bike auf dem nächsten Trail und mit ausreichend Airtime.“
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Nicole Scheidig
Senior Consultant
Nicole Scheidig ist Auditorin für Qualitätsmanagementsysteme, Food Safety und Datenschutzauditorin nach den Anforderungen der DSGVO. Durch ihre Arbeit als Trainerin und Beraterin für Implantologie und langjährige Führungskraft im medizinischen Bereich der Bundeswehr verfügt Sie über umfangreiche Erfahrung in der Medizinbranche.
„Qualität bedeutet, Verantwortung zu übernehmen und gemeinsam mit klaren Prozessen nachhaltige Ergebnisse zu erzielen. Das macht mir Freude – dafür stehe ich.“
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Antje Grimmer
Senior Consultant
Antje Grimmer hat ihre akademischen Abschlüsse in Personalmanagement und Business Administration an verschiedenen Hochschulen erlangt. Ihr Schwerpunkt liegt im Aufbau und der Weiterentwicklung von Managementsystemen für Qualität, Energie und Nachhaltigkeit.
#StructureWithHeart
„Ich liebe es, Struktur mit Empathie zu verbinden – so entstehen Lösungen, die wirklich zu unseren Kunden passen. Privat tanke ich Energie bei Familie, Freunden und Zumba.“
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Tobias Fischer
Senior Consultant
Tobias Fischer verfügt als technisch versierter Qualitätsingenieur und FMEA-Experte über umfangreiche Erfahrungen in komplexen Entwicklungsprojekten im internationalen Bereich. Sein Schwerpunkt ist die Unterstützung bei der Anwendung der Automotive Core Tools sowie die Durchführung von Audits.
#ILoveFMEAandFriends
“Mit Dynamik, Verstand und Leidenschaft für Qualität entwickle ich praxisnahe und maßgeschneiderte Lösungen, die Organisationen nachhaltig erfolgreicher und effizienter machen.”
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