ISO 42002

ISO 42002

Die ISO/IEC 42002 ist die Begriffs- und Definitionsnorm für den professionellen Umgang mit künstlicher Intelligenz (KI). Dieser Artikel zeigt, wie die Norm Unternehmen bei KI-Governance, ISO-42001-Vorbereitung und regulatorischer Einordnung unterstützt.

ISO/IEC 42002 – Auf einen Blick

Was ist ISO/IEC 42002?

ISO/IEC 42002 ist eine unterstützende Leitlinie für Begriffe, Definitionen und Terminologie rund um KI-Governance, AI-Management und den verantwortungsvollen Einsatz künstlicher Intelligenz.

Warum ist ISO/IEC 42002 für Unternehmen wichtig?

Mit einheitlichen Begriffen vermeiden Unternehmen Missverständnisse zwischen Technik, Compliance, Management und Auditoren und können KI-Risiken sauberer dokumentieren.

Wie hängt ISO 42002 mit ISO 42001 zusammen?

Während ISO 42001 die Anforderungen an ein zertifizierbares KI-Managementsystem beschreibt, liefert ISO/IEC 42002 die Begriffe, damit diese Anforderungen eindeutig verstanden und umgesetzt werden können.

Wofür wird ISO 42002 im Audit genutzt?

Im Audit hilft ISO 42002 dabei, Begriffe, Risikoanalysen und Nachweise fachlich konsistent aufzubereiten und die ISO-42001-Zertifizierung besser vorzubereiten.

 

Was ist die ISO 42002?

Die ISO/IEC 42002 liefert ein einheitliches Vokabular für den Umgang mit künstlicher Intelligenz in Unternehmen. Sie definiert zentrale Begriffe für KI-Governance, Risiken, Kontrollen, Transparenz und den Lebenszyklus von KI-Systemen. Entwickelt wurde sie von ISO und IEC, der International Electrotechnical Commission.

Damit wirkt die Norm wie ein gemeinsames Wörterbuch für alle, die an KI-Projekten beteiligt sind. Entwickler, Data Scientists, Juristen, Compliance-Verantwortliche, Geschäftsführung und externe Auditoren verstehen Begriffe wie Bias, Monitoring, Human Oversight, Datenqualität oder Robustheit oft aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Genau hier schafft ISO/IEC 42002 Klarheit. Für AI-Governance und Artificial-Intelligence-Management-Systeme entsteht dadurch eine gemeinsame fachliche Basis. Organisationen können KI-Systeme verantwortungsvoller entwickeln, Risiken systematischer erkennen und zentrale Nachweise sauberer benennen.

ISO/IEC 42001 und ISO/IEC 42002: Was ist der Unterschied?

ISO/IEC 42001 beschreibt die Anforderungen an ein KI-Managementsystem, etwa für Rollen, Prozesse, Tools und Nachweise. Es erklärt die Begriffe, damit diese Anforderungen einheitlich verstanden, dokumentiert und geprüft werden können.

Als zertifizierbare Managementsystem-Norm bildet ISO/IEC 42001 die Grundlage für ein Artificial-Intelligence-Management-System, kurz AIMS. Dazu gehören Governance, Risikobewertung, Dokumentation, interne Audits und kontinuierliche Verbesserung.

ISO/IEC 42002 liefert dazu das begriffliche Fundament. Die Norm klärt, was zentrale Begriffe im Kontext von Artificial-Intelligence-Management bedeuten, etwa AI-Systeme, Risiko, Kontrolle, Transparenz, menschliche Aufsicht, Datenqualität und technische Absicherung.

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Warum klare Begriffe in der AI-Governance wichtig sind

Klare Begriffe entscheiden in der AI-Governance darüber, ob KI-Projekte erfolgreich sind. Wenn Technik, Recht, Compliance, Management und externe Auditoren unterschiedliche Vorstellungen von Risiko, Kontrolle oder Transparenz haben, entstehen Lücken in Dokumentation, Bewertung und Umsetzung.

Genau deshalb ist ISO/IEC 42002 für Unternehmen so praktisch. Die Norm soll Mehrdeutigkeiten in der KI-Governance reduzieren und schafft ein gemeinsames Vokabular für Artificial Intelligence, KI-Risiken, Rollen und Nachweise. Das reduziert Missverständnisse, spart Abstimmungsschleifen und kann die Vorbereitung auf Zertifizierungen deutlich beschleunigen. Gleichzeitig unterstützt es Innovation, weil neue KI-Anwendungen schneller in klare Governance-Strukturen eingeordnet werden können.

Besonders wichtig wird das im Zusammenspiel mit der ISO/IEC 42001. Die ISO/IEC 42001:2023 wurde im Dezember 2023 veröffentlicht und gilt als erster zertifizierbarer AI-Management-System-Standard. Sie legt Anforderungen an ein Managementsystem für KI fest und betont einen ethischen, sicheren und transparenten KI-Einsatz. Die ISO/IEC 42002 liefert dazu die passende Begriffsbasis.

Auch regulatorisch hilft diese Klarheit. Die ISO/IEC 42002 ist darauf ausgelegt, mit der Terminologie des EU-AI-Act beziehungsweise der europäischen KI-Verordnung anschlussfähig zu sein. Dadurch lassen sich AI-Governance-Practiken, Risikobewertungen und Auditnachweise sauberer dokumentieren.

Wer bereits mit Managementsystemen wie ISO 27001 arbeitet, profitiert zusätzlich. Begriffe, Rollen und Nachweise lassen sich leichter in bestehende Strukturen integrieren. Das erhöht die Effizienz, senkt Korrekturaufwand und stärkt die Audit-Readiness.

Die vier zentralen Begriffsfelder für die Praxis

Die ISO/IEC 42002 ordnet das Vokabular rund um KI in mehrere praxisrelevante Bereiche. Für Unternehmen sind vor allem vier Begriffsfelder entscheidend, weil sie direkt in Richtlinien, Risikobewertungen, Verfahrensanweisungen und Auditnachweise einfließen.

1. KI-Lebenszyklus und AI-Systems

Rund um den gesamten Lebenszyklus von KI-Systemen klärt die ISO-Norm zentrale Begriffe. Dazu gehören Entwicklung, Deployment, Betrieb, Änderung, Monitoring und sichere Abschaltung.

Diese Einordnung ist wichtig, weil KI-Systeme nach der Einführung weiter beobachtet werden müssen. Neue Daten, geänderte Nutzung oder Anpassungen am Modell können Risiken verändern. Einheitliche Begriffe helfen, Verantwortlichkeiten und Freigaben je Lebenszyklusphase sauber zu dokumentieren.

2. Risiko und Kontrolle

Für einen risikobasierten Ansatz braucht es eindeutige Begriffe. ISO/IEC 42002 definiert unter anderem Risiko, Impact, Eintrittswahrscheinlichkeit, Kontrolle und Restrisiko.

Damit werden Risk Assessments verständlicher. Ein technisches Finding, ein Datenschutzrisiko und ein ethisches Risiko lassen sich besser vergleichen, wenn alle Beteiligten dieselbe Sprache verwenden. Das hilft Unternehmen auch dabei, KI-Risiken wie Datenschutzverletzungen, Verzerrungen oder fehlerhafte Entscheidungen systematischer zu minimieren.

3. Transparenz und Ethik

Bei Transparenz, Erklärbarkeit und Fairness entstehen in KI-Projekten schnell Missverständnisse. Die ISO/IEC 42002 grenzt Begriffe wie Transparency, Explainability, Human Oversight und Bias sauberer voneinander ab.

Für die Praxis heißt das: Unternehmen können klarer beschreiben, wann Nutzer über den Einsatz von KI informiert werden, wie Entscheidungen nachvollziehbar bleiben und an welchen Stellen menschliche Aufsicht notwendig ist. Das schafft Vertrauen bei Kunden, Partnern und Aufsichtsstellen.

4. Technische Absicherung

Die technische Absicherung betrifft Begriffe, die für den stabilen Betrieb von KI-Systemen wichtig sind. Hier treffen Machine Learning, IT-Sicherheit und Compliance direkt aufeinander.

Ein gemeinsames Verständnis dieser Begriffe erleichtert die Zusammenarbeit zwischen Entwicklung, IT, Datenschutz und Auditoren. Gleichzeitig sorgt es dafür, dass Anforderungen der ISO/IEC 42001 einheitlich umgesetzt und dokumentiert werden.


Typische Begriffe sind:
  • Monitoring

  • Datenqualität

  • Validierung

  • Verifikation

  • Robustheit

Einheitliches Vokabular verhindert, dass bloßes Logging mit echtem Monitoring verwechselt wird. Genau solche Unterschiede entscheiden später über die Qualität von Nachweisen, Risikobewertungen und Auditvorbereitung.

Der strategische Nutzen für das ISO-42001-Audit

Die ISO/IEC 42002 kann das Zertifizierungsaudit nach ISO 42001 spürbar erleichtern. Ein KI-Managementsystem überzeugt den Auditor schneller, wenn Rollen, Risiken, Kontrollen und Nachweise mit einheitlichen Begriffen beschrieben werden.

Ein gemeinsames Vokabular hilft bereits vor dem externen Audit. Im internen Audit lassen sich Abweichungen schneller erkennen, sauberer bewerten und gezielter beheben. Auch das Fehlermanagement profitiert davon: Vorfälle werden eindeutiger klassifiziert, im Auditbericht nachvollziehbar beschrieben und mit passenden Korrekturmaßnahmen verknüpft.

Damit treibt sie auch Effizienz und Kostensenkung in KI-Projekten voran. Weniger Interpretationsspielraum bedeutet weniger Abstimmung, bessere Nachweise und eine ruhigere Vorbereitung auf die Zertifizierung.

 

ISO/IEC 42002, EU-AI-Act und KI-Verordnung

Für den Abgleich mit dem EU-AI-Act hilft ISO/IEC 42002 Unternehmen, Begriffe aus KI-Governance, Risiko und Transparenz besser mit dem EU-AI-Act abzugleichen. Die ISO-Norm schafft damit eine wichtige Brücke zwischen rechtlichen Anforderungen und praktischer Umsetzung im Unternehmen.

Die ISO/IEC 42002 gibt dafür ein standardisiertes Vokabular. Begriffe wie Human Oversight, Transparency, Explainability, Risk Control oder Residual Risk werden greifbarer und lassen sich besser in Richtlinien, Risikobewertungen und Auditnachweise übertragen.

Das ersetzt keine juristische Prüfung des AI-Act. Es verbessert aber die Grundlage für Compliance, weil Unternehmen zeigen können, dass sie zentrale Begriffe verstanden und organisatorisch verankert haben.

 

Wie Unternehmen ISO/IEC 42002 praktisch nutzen können

Der Nutzen von ISO/IEC 42002 entsteht erst in der praktischen Anwendung. Begriffe sollten daher in Dokumentation, Prozesse, Schulungen und Vorlagen übernommen werden.

Erst wenn alle Beteiligten dieselbe Terminologie verwenden, lassen sich KI-Systeme konsistent bewerten, Risiken nachvollziehbar dokumentieren und Auditnachweise effizient erstellen.


Ein pragmatischer Einstieg gelingt in drei Schritten:

  • KI-Inventar vereinheitlichen: Jedes KI-System wird mit den Begriffen der ISO/IEC 42002 beschrieben und einer Lebenszyklusphase zugeordnet, etwa Entwicklung, Deployment, Betrieb, Änderung oder Abschaltung.

  • Dokumentation anpassen: Begriffe in QM-Handbuch, KI-Richtlinien, Risikoregister und Verfahrensanweisungen werden vereinheitlicht. Vage interne Formulierungen sollten durch klare ISO-Terminologie zu Risiko, Transparenz, Datenqualität und Kontrolle ersetzt werden.

  • Wissen im Team verankern: Schulungen helfen, dass IT, Datenschutz, Compliance, Fachbereiche und Management dieselbe Sprache verwenden. Für das Kernteam kann eine ISO/IEC 42001-Lead-Auditor-Schulung sinnvoll sein, weil sie Auditlogik, Nachweise und Managementsystem-Anforderungen zusammenführt.

So entsteht ein belastbares Fundament für die jährliche Managementbewertung, interne Audits und spätere Zertifizierungsfragen.

Häufige Fragen und Antworten

Ein AI-Management-System, kurz AIMS, ist ein organisatorischer Rahmen für den verantwortungsvollen Umgang mit künstlicher Intelligenz im Unternehmen. Nach ISO 42001 regelt es Richtlinien, Rollen, Prozesse, Kontrollen und Risikomanagement, damit KI-Praktiken über den gesamten Lebenszyklus sicher und nachvollziehbar gesteuert werden.

Die ISO/IEC 42002 liefert das begriffliche Fundament für Artificial Intelligence Management Systems. Sie erklärt zentrale Begriffe für Anforderungen, Kontrollen, Risiken und Nachweise, damit Teams, Auditoren und Zertifizierungsstellen dieselbe Sprache verwenden.

Eine eigenständige ISO/IEC-42002-Zertifizierung ist nicht möglich, weil ISO/IEC 42002 als unterstützender Guide für Terminologie und Definitionen dient. Das offizielle Zertifikat wird über das Managementsystem nach ISO 42001 vergeben, während ISO/IEC 42002 im Zertifizierungsaudit hilft, Begriffe, Risikoanalysen und Nachweise fachlich korrekt einzuordnen.

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Carsten Scheidig

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Carsten Scheidig ist Gründer und Geschäftsführer der CSM Consulting. 
Er absolvierte sein Studium zum Diplom-Wirtschaftspädagogen und Master of Business Administration an Universitäten in München und Konstanz. Er verfügt über langjährige Erfahrung als Berater, Auditor und Trainer für Managementsysteme. Als Lead Trainer der TÜV Süd Akademie führt Carsten Scheidig QM Fachkräfte- und Auditorenseminare durch. Er ist Lead Auditor für die BMW Group und akkreditierter Zertifizierungsauditor für 9001 und 14001.

#Ideengeber
#ZertifizierungNaUnd 

„Zertifizierungen sind kein Hexenwerk. Ich spreche ISO – bin Normenmensch, aber kein Paragraphenreiter. Praxisorientiert, effizient und mit Leidenschaft für Beratung und Schulung. Familie, Freunde, Sport und mein Garten sorgen für den Ausgleich.“ 

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Sebastian Jürgel absolvierte an der Universität der Bundeswehr sein Studium in Bildungsmanagement und Organisationsentwicklung und hat an der Allensbach Hochschule seinen MBA (GM) abgeschlossen. Er verfügt über langjährige Erfahrungen als Leiter für Qualitäts- und Umweltmanagement im Sondermaschinenbau und der Automobilzulieferindustrie sowie bei der Umsetzung von Zertifizierungen im internationalen Umfeld.

#problemlöser
#funktionierenmusses

„CSM ist nicht 9-to-5. CSM ist für den Kunden optimale Ergebnisse zu erzielen. Und nach der Arbeit? Geht es steil bergab, aber nur mit dem Bike auf dem nächsten Trail und mit ausreichend Airtime.“

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Nicole Scheidig ist Auditorin für Qualitätsmanagementsysteme, Food Safety und Datenschutzauditorin nach den Anforderungen der DSGVO. Durch ihre Arbeit als Trainerin und Beraterin für Implantologie und langjährige Führungskraft im medizinischen Bereich der Bundeswehr verfügt Sie über umfangreiche Erfahrung in der Medizinbranche.

„Qualität bedeutet, Verantwortung zu übernehmen und gemeinsam mit klaren Prozessen nachhaltige Ergebnisse zu erzielen. Das macht mir Freude – dafür stehe ich.“

Antje Grimmer

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Antje Grimmer hat ihre akademischen Abschlüsse in Personalmanagement und Business Administration an verschiedenen Hochschulen erlangt. Ihr Schwerpunkt liegt im Aufbau und der Weiterentwicklung von Managementsystemen für Qualität, Energie und Nachhaltigkeit.

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„Ich liebe es, Struktur mit Empathie zu verbinden – so entstehen Lösungen, die wirklich zu unseren Kunden passen. Privat tanke ich Energie bei Familie, Freunden und Zumba.“

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Junger Mann in Anzug vor grauem Hintergrund

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Tobias Fischer verfügt als technisch versierter Qualitätsingenieur und FMEA-Experte über umfangreiche Erfahrungen in komplexen Entwicklungsprojekten im internationalen Bereich. Sein Schwerpunkt ist die Unterstützung bei der Anwendung der Automotive Core Tools sowie die Durchführung von Audits.

#ILoveFMEAandFriends

“Mit Dynamik, Verstand und Leidenschaft für Qualität entwickle ich praxisnahe und maßgeschneiderte Lösungen, die Organisationen nachhaltig erfolgreicher und effizienter machen.”

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