ISO 37001

ISO 37001

Mit einer Zertifizierung nach ISO 37001 machen Unternehmen sichtbar, dass Korruptionsprävention und die Bekämpfung von Bestechung mehr sind als eine interne Initiative. Die Norm hilft, Bestechungsrisiken zu kontrollieren und die Verwirklichung wirksamer Anti-Korruptionsmaßnahmen gegenüber Kunden, Verbrauchern, Behörden und Geschäftspartnern sichtbar zu machen.

ISO 37001 – Auf einen Blick

Was ist ISO 37001?

Der internationale Standard ISO 37001 beschreibt ein Anti-Korruptions-Managementsystem, mit dem Unternehmen Bestechung vorbeugen, Verdachtsfälle erkennen und geeignete Maßnahmen zur Korruptionsbekämpfung umsetzen.

Welche Anforderungen stellt ISO 37001?

Zu den zentralen Anforderungen der ISO-Norm gehören eine Anti-Korruptionsrichtlinie, Schulungen, Due-Diligence-Prüfungen von Geschäftspartnern, finanzielle und nicht-finanzielle Kontrollen sowie ein sicheres Hinweisgebersystem.
Wie hilft eine Zertifizierung nach ISO 37001?

Eine Zertifizierung nach ISO 37001 stärkt das Vertrauen von Kunden, Geschäftspartnern und Behörden, verbessert die Nachweisfähigkeit und zeigt, dass Korruptionsbekämpfung im Unternehmen strukturiert verankert ist.

Wann wurde ISO 37001:2025 veröffentlicht?

Die aktuelle Ausgabe ISO 37001:2025 wurde im Februar 2025 veröffentlicht, löst ISO 37001:2016 ab und rückt die gelebte Anti-Korruptionskultur stärker in den Mittelpunkt.

Was ist ein Anti-Korruptions-Managementsystem nach ISO 37001?

Ein Anti-Korruptions-Managementsystem nach ISO 37001 hilft Unternehmen, Bestechung systematisch zu verhindern, aufzudecken und angemessen zu behandeln. Die Norm schafft dafür einen klaren Rahmen aus Leitlinien, Verantwortlichkeiten, Kontrollen und Nachweisen.

Im Fokus steht Bestechung, also unerlaubte Vorteile im geschäftlichen Zusammenhang. Das betrifft aktive und passive Bestechung durch Mitarbeiter, Führungskräfte, Geschäftspartner, Berater oder andere Dritte, die im Namen der Organisation handeln.

Die ISO 37001 folgt einem verhältnismäßigen Ansatz: Die konkreten Maßnahmen richten sich in Bezug auf Größe, Branche, Geschäftsmodell und das reale Korruptionsrisiko der Organisationstypen.

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Die wichtigsten Anforderungen der ISO 37001

Die ISO 37001 verlangt ein wirksames System aus Richtlinien, Kontrollen, Zuständigkeiten und Meldewegen. Für die Zertifizierung nach ISO 37001 zählt vor allem, ob diese Vorgaben im Alltag funktionieren und Bestechung in kritischen Geschäftsabläufen aktiv vorbeugen.

Mit der ISO 37001:2025 wurde die frühere Ausgabe ISO 37001:2016 offiziell abgelöst. Die neue Norm wurde im Februar 2025 veröffentlicht. Bestehende Zertifikate müssen bis zum 28. Februar 2027 auf die neue Fassung umgestellt werden. Inhaltlich rückt die Entwicklung einer gelebten Anti-Korruptionskultur stärker in den Mittelpunkt.

Anti-Korruptionsrichtlinie

Die Anti-Korruptionsrichtlinie bildet das formelle Fundament des Anti-Korruptions-Managementsystems (AKMS). Sie legt fest, welche Formen von Bestechung, Vorteilsannahme, Vorteilsgewährung und indirekter Einflussnahme verboten sind.

Wichtig ist dabei eine klare Sprache. Mitarbeiter, Führungskräfte und Geschäftspartner müssen verstehen, welche Regeln gelten und wann eine Freigabe erforderlich ist. Die oberste Leitung trägt hier besondere Verantwortung. Sie muss die Richtlinie sichtbar unterstützen, ihre Einhaltung überwachen und dem Compliance-Manager ausreichend Unabhängigkeit geben.

Schulung und Aufklärung der Belegschaft

Regeln wirken erst, wenn Mitarbeiter sie im Alltag anwenden können. Deshalb fordert ISO 37001 regelmäßige und nachweisbare Schulungen zur Korruptionsprävention.

Die Schulung soll sich am tatsächlichen Risiko orientieren. Beschäftigte im Einkauf, Vertrieb, Vergabewesen oder Auslandsgeschäft durchlaufen intensivere Trainings als Bereiche ohne direkten Kontakt zu Kunden, Behörden oder Vermittlern. Gute Schulungen arbeiten mit konkreten Fällen wie Geschenken, Provisionen, Einladungen oder Drucksituationen kurz vor Vertragsabschluss.

Due-Diligence-Prüfungen von Geschäftspartnern und Projekten

Viele Korruptionsrisiken entstehen über Dritte. Deshalb verlangt die Norm eine Due-Diligence nach risikobasiertem Ansatz für Geschäftspartner, Projekte und Transaktionen.

Geprüft werden etwa Vertriebspartner, Berater, Lieferanten im Rahmen der Lieferantenbewertung oder Beteiligte in öffentlichen Vergabeverfahren. Die ISO 37001:2025 stärkt den Blick auf globale Lieferketten, unterschiedliche Rechtsordnungen und mögliche Interessenkonflikte. Entscheidend ist eine dokumentierte Sorgfaltspflicht vor dem Abschluss kritischer Verträge.

Finanzielle und nichtfinanzielle Kontrollen

Finanzielle Kontrollen reduzieren Spielräume für verdeckte Zahlungen.

Dazu gehören:

  • Freigabegrenzen

  • Vier-Augen-Prinzip

  • getrennte Zuständigkeiten

  • Belegpflichten

  • nachvollziehbare Zahlungsprozesse

Nichtfinanzielle Kontrollen greifen dort, wo Bestechung ohne direkte Zahlung vorbereitet werden kann. Beispiele sind klare Einkaufsverfahren, dokumentierte Vergabeentscheidungen, Antikorruptionsklauseln in Verträgen und die Überprüfung ungewöhnlicher Beratungs- oder Vermittlungsleistungen.

Umgang mit Geschenken, Bewirtungen und Spenden

Geschenke, Bewirtungen, Spenden und Sponsoring gehören in vielen Branchen zum Geschäftsalltag. Gleichzeitig entstehen genau hier schnell Grauzonen. Eine Einladung kann höflich gemeint sein, im falschen Moment aber wie Einflussnahme wirken.

Praktisch helfen drei Instrumente:

  • feste Wertgrenzen für Geschenke, Einladungen und Bewirtungen

  • Genehmigungsprozesse bei sensiblen Situationen, etwa vor Ausschreibungen oder Vertragsentscheidungen

  • ein zentrales Register für Zuwendungen, Spenden und Sponsoring

Mitarbeiter erkennen dadurch schneller, wann eine Aufmerksamkeit unproblematisch ist und wann ein Vorteil Ruf, Image und Vertrauen des Unternehmens gefährden kann.

Hinweisgebersystem

Ein Hinweisgebersystem gibt Mitarbeitern und Dritten die Möglichkeit, Verdachtsfälle sicher an die zuständige Compliance-Funktion zu melden. Der Meldekanal sollte vertraulich, leicht zugänglich und auf Wunsch anonym nutzbar sein.

Mit der ISO 37001:2025 geht es stärker um die Kultur hinter dem Verfahren. Mitarbeiter müssen darauf vertrauen können, dass Hinweise ernst genommen werden und keine Benachteiligung droht. Hier zeigt sich, ob Integrität, Transparenz und verantwortliches Handeln wirklich Teil der Organisation sind.

ISO 37001 in bestehende Managementsysteme integrieren

ISO 37001 lässt sich besonders effizient einführen, wenn bereits ein Managementsystem nach ISO 9001, ISO 27001 oder einer anderen ISO-Norm besteht. Durch die einheitliche High-Level-Structure (HLS) nutzt die Norm vertraute Kapitel, Grundbegriffe und Managementelemente.

Die Zeit- und Kosteneinsparung greift konkret an drei zentralen Stellen:

  • Bestehende Dokumentenlenkung nutzen: Richtlinien, Freigaben und Schulungsnachweise laufen direkt über vorhandene Tools und Rollen. Das spart Software, doppelte Abstimmungen und Prozessarbeit.

  • Risikomanagement erweitern: Korruptionsrisiken werden als zusätzliche Dimension in bestehende Bewertungen und in die Risikobewertung aufgenommen. Das Team ergänzt bekannte Methoden um Risiken aus Einkauf, Vertrieb oder Sponsoring.

  • Audits und Managementbewertung bündeln: Interne Audits nach ISO 19011, Korrekturmaßnahmen und Managementbewertungen lassen sich mit bestehenden ISO-Systemen kombinieren. Dadurch sinkt der Abstimmungsaufwand, Audit-Tage lassen sich reduzieren und interne Ressourcen werden geschont.

Vorteile der ISO-37001-Zertifizierung für Unternehmen

Die ISO-37001-Zertifizierung schafft Vertrauen, reduziert Bestechungsrisiken und stärkt die Nachweisfähigkeit gegenüber Kunden, Behörden und Geschäftspartnern. Sie zeigt, dass Korruptionsprävention im Unternehmen geregelt, überwacht und als kontinuierliche Verbesserung verstanden wird.

Die wichtigsten Vorteile im Überblick:

  • Stärkeres Vertrauen bei Kunden und Geschäftspartnern: Eine Zertifizierung nach ISO 37001 zeigt das Engagement des Unternehmens für Integrität, Transparenz und verantwortliches Handeln.

  • Bessere Chancen bei Ausschreibungen: Öffentliche Auftraggeber und internationale Konzerne verlangen immer häufiger belastbare Nachweise zu Anti-Korruptionsmaßnahmen.

  • Mehr Sicherheit in der Lieferkette: Due-Diligence-Prüfungen, klare Vertragsklauseln und dokumentierte Kontrollen reduzieren Risiken durch Vermittler, Zulieferer oder externe Partner.

  • Stärkere Position bei Verdachtsfällen: Ein wirksames Anti-Korruptionsmanagementsystem kann helfen zu zeigen, dass die Organisation angemessene Präventions- und Kontrollmaßnahmen eingerichtet hat.

Häufige Fragen und Antworten

DIN ISO 37001 ist der Standard für den Aufbau, die Umsetzung und die Aufrechterhaltung eines Anti-Korruptions-Managementsystems. Er gibt Unternehmen eine klare Basis, um Bestechungsbekämpfung systematisch zu steuern, Verantwortlichkeiten festzulegen und eine wirksame Anti-Korruptions-Politik im Alltag zu verankern.

 
ISO 37001 konzentriert sich als spezialisierter Standard auf Prävention, Erkennung und Behandlung von Bestechung und Korruption. ISO 37301 ist breiter angelegt und beschreibt ein allgemeines Compliance-Management für verschiedene rechtliche Risiken, Prozesse, Aktivitäten und Compliance-Maßnahmen im Unternehmen.

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Porträt eines lächelnden Mannes im Anzug

Carsten Scheidig

Geschäftsführer  &  Senior Consultant

Carsten Scheidig ist Gründer und Geschäftsführer der CSM Consulting. 
Er absolvierte sein Studium zum Diplom-Wirtschaftspädagogen und Master of Business Administration an Universitäten in München und Konstanz. Er verfügt über langjährige Erfahrung als Berater, Auditor und Trainer für Managementsysteme. Als Lead Trainer der TÜV Süd Akademie führt Carsten Scheidig QM Fachkräfte- und Auditorenseminare durch. Er ist Lead Auditor für die BMW Group und akkreditierter Zertifizierungsauditor für 9001 und 14001.

#Ideengeber
#ZertifizierungNaUnd 

„Zertifizierungen sind kein Hexenwerk. Ich spreche ISO – bin Normenmensch, aber kein Paragraphenreiter. Praxisorientiert, effizient und mit Leidenschaft für Beratung und Schulung. Familie, Freunde, Sport und mein Garten sorgen für den Ausgleich.“ 

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Sebastian Jürgel, Senior Consultant bei CSM Consulting

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Sebastian Jürgel absolvierte an der Universität der Bundeswehr sein Studium in Bildungsmanagement und Organisationsentwicklung und hat an der Allensbach Hochschule seinen MBA (GM) abgeschlossen. Er verfügt über langjährige Erfahrungen als Leiter für Qualitäts- und Umweltmanagement im Sondermaschinenbau und der Automobilzulieferindustrie sowie bei der Umsetzung von Zertifizierungen im internationalen Umfeld.

#problemlöser
#funktionierenmusses

„CSM ist nicht 9-to-5. CSM ist für den Kunden optimale Ergebnisse zu erzielen. Und nach der Arbeit? Geht es steil bergab, aber nur mit dem Bike auf dem nächsten Trail und mit ausreichend Airtime.“

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Nicole Scheidig ist Auditorin für Qualitätsmanagementsysteme, Food Safety und Datenschutzauditorin nach den Anforderungen der DSGVO. Durch ihre Arbeit als Trainerin und Beraterin für Implantologie und langjährige Führungskraft im medizinischen Bereich der Bundeswehr verfügt Sie über umfangreiche Erfahrung in der Medizinbranche.

„Qualität bedeutet, Verantwortung zu übernehmen und gemeinsam mit klaren Prozessen nachhaltige Ergebnisse zu erzielen. Das macht mir Freude – dafür stehe ich.“

Antje Grimmer

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Antje Grimmer hat ihre akademischen Abschlüsse in Personalmanagement und Business Administration an verschiedenen Hochschulen erlangt. Ihr Schwerpunkt liegt im Aufbau und der Weiterentwicklung von Managementsystemen für Qualität, Energie und Nachhaltigkeit.

#StructureWithHeart

„Ich liebe es, Struktur mit Empathie zu verbinden – so entstehen Lösungen, die wirklich zu unseren Kunden passen. Privat tanke ich Energie bei Familie, Freunden und Zumba.“

Tobias Fischer

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Junger Mann in Anzug vor grauem Hintergrund

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Tobias Fischer verfügt als technisch versierter Qualitätsingenieur und FMEA-Experte über umfangreiche Erfahrungen in komplexen Entwicklungsprojekten im internationalen Bereich. Sein Schwerpunkt ist die Unterstützung bei der Anwendung der Automotive Core Tools sowie die Durchführung von Audits.

#ILoveFMEAandFriends

“Mit Dynamik, Verstand und Leidenschaft für Qualität entwickle ich praxisnahe und maßgeschneiderte Lösungen, die Organisationen nachhaltig erfolgreicher und effizienter machen.”

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