ISO 31000

ISO 31000

ISO 31000 gibt Geschäftsführung und Prozesseignern einen verlässlichen Rahmen, um Unsicherheiten früh in Entscheidungen einzubeziehen. Dieser Artikel gibt eine Übersicht, wie Unternehmen Risiken strukturiert steuern, Chancen nutzen und die Richtlinie in bestehende Managementsysteme integrieren.

ISO 31000– Auf einen Blick

Was bedeutet ISO 31000?

ISO 31000 bietet Unternehmen eine internationale Leitlinie, um Risiken und Chancen systematisch zu erkennen, zu bewerten und zu steuern.

Welchen Nutzen bietet ISO 31000?

Einheitliche Bewertungsmaßstäbe verbessern Entscheidungen, stärken die Krisenfestigkeit und erhöhen die Wahrscheinlichkeit der Zielerreichung.

Wie ist ISO 31000 aufgebaut?

Den Aufbau der Norm bilden drei Säulen: Grundsätze, Rahmenwerk und Risikomanagementprozess.

Wann beginnt die Risikobehandlung?

Nach Risikoidentifikation, Risikoanalyse und Risikobewertung werden passende Maßnahmen für Vermeidung, Reduzierung, Teilung oder Akzeptanz festgelegt.

DIN ISO 31000 als Leitlinie für Risikomanagement

Die DIN ISO 31000 ist eine internationale Leitlinie für den systematischen Umgang mit Risiken und Chancen. Sie hilft Unternehmen jeder Größe und Branche, Unsicherheiten früh zu erkennen, zu bewerten und in Entscheidungen einzubeziehen.

Erstmals veröffentlicht wurde die ISO 31000 im Jahr 2009. Seit dem 1. Oktober 2018 liegt sie auch als deutsche Norm vor. Der Begriff Risikomanagement steht hier für eine systematische Basis, die Werte schützt, neue Chancen sichtbar macht und die Wahrscheinlichkeit der Zielerreichung erhöht.

Dabei gibt die ISO-Norm keine starre Einheitslösung vor. Grundsätze, Rahmenwerk und Risikomanagementprozess werden an Größe, Branche, Ziele und Risikolage der Organisation angepasst. Eine direkte ISO-Zertifizierung nach ISO 31000 ist daher nicht vorgesehen.

Entscheidend ist die Verankerung im Alltag. Risiken gehören in Führungsentscheidungen, Prozesse und bestehende Managementsysteme. So wird der risikobasierte Ansatz zu einem festen Bestandteil der Unternehmensführung.

Warum ist ISO 31000 für Unternehmen wichtig?

Ein wirksames Risikomanagement nach ISO 31000 stärkt die Resilienz, begrenzt mögliche Verluste und verbessert unternehmerische Entscheidungen – auch in Krisen. Risiken werden früher sichtbar, während Chancen gezielter bewertet und genutzt werden können.

Ein Lieferant fällt aus, eine Investition entwickelt sich anders als geplant oder neue Vorgaben verändern einen Prozess in der Industrie. Die Norm schafft dafür ein gemeinsames Vorgehen und bringt sehr unterschiedliche Risiken auf eine vergleichbare Bewertungsbasis.


Unternehmen profitieren vor allem durch:

  • Höhere Zielerreichung: Risiken werden nach Eintrittswahrscheinlichkeit und möglichen Auswirkungen priorisiert.

  • Bessere Krisenvorsorge: Gefahren für Lieferfähigkeit, Produktion oder Geschäftsbetrieb lassen sich früh erkennen.

  • Fundiertere Entscheidungen: Risikoanalysen verbessern die Bewertung von Projekten, Technologien und neuen Märkten.

  • Gezielte Nutzung von Chancen: Auch positive Auswirkungen von Ungewissheit fließen in die Bewertung ein und können zum langfristigen Erfolg beitragen.

Beratung zum Risikomanagement

CSM Consulting unterstützt Sie dabei, Risikomanagement nach ISO 31000 in bestehende Prozesse und Managementsysteme zu integrieren. Gemeinsam schaffen wir klare Risikokriterien, Verantwortlichkeiten und belastbare Nachweise.

 
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Die drei Säulen der ISO 31000

Das Fundament der ISO 31000 bilden drei zentrale Elemente: Grundsätze, Rahmenwerk und Risikomanagementprozess. Gemeinsam schaffen sie die Grundlage, um Risiken im Unternehmen systematisch zu bewerten, zu steuern und kontinuierlich zu überwachen.

Grundsätze für wirksames Risk Management

Acht Grundsätze beschreiben, wie wirksames Risikomanagement aufgebaut sein sollte. Im Mittelpunkt stehen Integration, Anpassungsfähigkeit und kontinuierliche Verbesserung.

Risikomanagement gehört in alle relevanten Aktivitäten und Entscheidungen der Organisation. Zugleich muss es zur Größe, Branche, Risikolage und Unternehmenskultur passen. Starre Standardlösungen greifen daher zu kurz.

Auch menschliche Faktoren spielen eine wichtige Rolle. Erfahrung, Wahrnehmung und Kommunikation beeinflussen, wie Risiken erkannt und bewertet werden. Der PDCA-Zyklus unterstützt die laufende Entwicklung von Methoden, Kriterien und Maßnahmen und verbessert damit die tägliche Arbeit.

Rahmenwerk und Top-down-Ansatz

Das Rahmenwerk verankert Risikomanagement organisatorisch im Unternehmen. Bei der Einführung regelt es außerdem Führung, Verantwortlichkeiten, Ressourcen und Berichterstattung.

Dabei folgt die ISO 31000 einem klaren Top-down-Ansatz. Die Unternehmensleitung gibt die Richtung vor, stellt Ressourcen bereit und schafft verbindliche Zuständigkeiten. Prozesseigner übernehmen anschließend Verantwortung für die Risiken in ihrem Bereich.  

Der Risikomanagementprozess nach ISO 31000

Der Risikomanagementprozess nach ISO 31000 ist ein fortlaufender Kreislauf und bildet die operative Säule. Er sorgt dafür, dass Risiken systematisch erkannt, bewertet, behandelt und anschließend weiter überwacht werden.


Der Prozess umfasst fünf Schritte:

  1. Anwendungsbereich, Kontext und Kriterien festlegen: Zuerst werden interne und externe Einflussfaktoren betrachtet. Gleichzeitig legt die Organisation fest, ab wann ein Risiko als kritisch gilt.

  2. Risiken identifizieren: Mögliche Unsicherheiten werden in Prozessen, Projekten und Entscheidungen erfasst. Dabei helfen unter anderem Prozesslandkarte und Turtle-Diagramm.

  3. Risiken analysieren: Ursachen, Eintrittswahrscheinlichkeit und mögliche Auswirkungen werden untersucht. Qualitätskennzahlen und Verfahren aus der DIN EN 31010 können die Einschätzung mit belastbaren Daten unterstützen.

  4. Risiken bewerten: Die Analyse wird mit den festgelegten Risikokriterien verglichen. Daraus ergibt sich, welche Themen sofort behandelt werden müssen.

  5. Risiken behandeln: Verantwortliche legen Maßnahmen, Fristen und Kontrollen fest, um das Risiko auf ein akzeptables Niveau zu bringen.

Risikoidentifikation, Risikoanalyse und Risikobewertung bilden gemeinsam die Risikobeurteilung. Ihre Ergebnisse schaffen die Entscheidungsgrundlage für die anschließende Behandlung.

Risiken nach ISO 31000 behandeln und Chancen nutzen

Nach der Bewertung entscheidet das Unternehmen, wie es mit einem Risiko umgeht. ISO 31000 lässt dafür mehrere Wege zu und bezieht ausdrücklich auch mögliche Chancen ein. Welche Option passt, hängt von Zielen, Risikokriterien und verfügbaren Ressourcen ab.


Typische Handlungsoptionen sind:

  • Risiko vermeiden: Eine kritische Aktivität wird beendet oder gar nicht erst aufgenommen.

  • Risiko reduzieren: Eintrittswahrscheinlichkeit oder Auswirkungen werden durch zielgerichtete Maßnahmen gesenkt. Dabei unterstützen etwa Fehlermanagement und Poka Yoke.

  • Risiko teilen: Verträge, Versicherungen oder eine Qualitätssicherungsvereinbarung (QSV) verteilen mögliche Folgen auf mehrere Parteien.

  • Risiko akzeptieren: Ein Restrisiko wird bewusst getragen, wenn weitere Maßnahmen wirtschaftlich oder technisch nicht sinnvoll sind.

  • Chance nutzen: Eine Organisation kann ein kalkuliertes Risiko eingehen, wenn daraus ein strategischer Vorteil entsteht.

ISO 31000 in bestehende Managementsysteme integrieren

ISO 31000 kann unabhängig von anderen Normen eingesetzt werden. Bestehende Managementsysteme sind keine Voraussetzung, erleichtern aber die Umsetzung, weil Verantwortlichkeiten, Prozesse und Berichtswege häufig schon festgelegt sind.

Unternehmen können dieselben Risikokriterien für Qualität, Compliance und Sicherheit nutzen – etwa bei ISO 9001, ISO 27001 oder beim KI-Risikomanagement nach ISO 42001. Dadurch entstehen weniger parallele Risikolisten und widersprüchliche Bewertungen.

Die Integration beginnt in der Prozesslandkarte. Prozesseigner erfassen Risiken nach einheitlichen Kriterien, dokumentieren Vorkehrungen und bringen die Ergebnisse in Audits sowie die Managementbewertung ein. IWA 31 dient dabei als optionale Hilfestellung für die Einbindung der ISO 31000.

Häufige Fragen und Antworten

ISO 31000 ist eine freiwillige Leitlinie und keine gesetzliche Pflicht. Sie hilft Unternehmen jedoch, Anforderungen an Krisenfrüherkennung und ein wirksames Risikomanagementsystem strukturiert umzusetzen.

Eine direkte ISO-Zertifizierung für Unternehmen ist nicht möglich, weil ISO 31000 als Leitlinie und nicht als zertifizierbarer Standard aufgebaut ist. Organisationen nutzen sie dennoch als Grundlage für interne Audits; für Fachkräfte sind personengebundene Zertifikate möglich.

Die Risikobehandlung ist der Schritt, in dem bewertete Risiken vermieden, reduziert, geteilt oder bewusst akzeptiert werden. Zur Risikomitigation gehören etwa Fehlermanagement, Versicherungen oder vertragliche Regelungen wie eine Qualitätssicherungsvereinbarung.

 

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Carsten Scheidig ist Gründer und Geschäftsführer der CSM Consulting. 
Er absolvierte sein Studium zum Diplom-Wirtschaftspädagogen und Master of Business Administration an Universitäten in München und Konstanz. Er verfügt über langjährige Erfahrung als Berater, Auditor und Trainer für Managementsysteme. Als Lead Trainer der TÜV Süd Akademie führt Carsten Scheidig QM Fachkräfte- und Auditorenseminare durch. Er ist Lead Auditor für die BMW Group und akkreditierter Zertifizierungsauditor für 9001 und 14001.

#Ideengeber
#ZertifizierungNaUnd 

„Zertifizierungen sind kein Hexenwerk. Ich spreche ISO – bin Normenmensch, aber kein Paragraphenreiter. Praxisorientiert, effizient und mit Leidenschaft für Beratung und Schulung. Familie, Freunde, Sport und mein Garten sorgen für den Ausgleich.“ 

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Sebastian Jürgel absolvierte an der Universität der Bundeswehr sein Studium in Bildungsmanagement und Organisationsentwicklung und hat an der Allensbach Hochschule seinen MBA (GM) abgeschlossen. Er verfügt über langjährige Erfahrungen als Leiter für Qualitäts- und Umweltmanagement im Sondermaschinenbau und der Automobilzulieferindustrie sowie bei der Umsetzung von Zertifizierungen im internationalen Umfeld.

#problemlöser
#funktionierenmusses

„CSM ist nicht 9-to-5. CSM ist für den Kunden optimale Ergebnisse zu erzielen. Und nach der Arbeit? Geht es steil bergab, aber nur mit dem Bike auf dem nächsten Trail und mit ausreichend Airtime.“

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Nicole Scheidig ist Auditorin für Qualitätsmanagementsysteme, Food Safety und Datenschutzauditorin nach den Anforderungen der DSGVO. Durch ihre Arbeit als Trainerin und Beraterin für Implantologie und langjährige Führungskraft im medizinischen Bereich der Bundeswehr verfügt Sie über umfangreiche Erfahrung in der Medizinbranche.

„Qualität bedeutet, Verantwortung zu übernehmen und gemeinsam mit klaren Prozessen nachhaltige Ergebnisse zu erzielen. Das macht mir Freude – dafür stehe ich.“

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Antje Grimmer hat ihre akademischen Abschlüsse in Personalmanagement und Business Administration an verschiedenen Hochschulen erlangt. Ihr Schwerpunkt liegt im Aufbau und der Weiterentwicklung von Managementsystemen für Qualität, Energie und Nachhaltigkeit.

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Tobias Fischer verfügt als technisch versierter Qualitätsingenieur und FMEA-Experte über umfangreiche Erfahrungen in komplexen Entwicklungsprojekten im internationalen Bereich. Sein Schwerpunkt ist die Unterstützung bei der Anwendung der Automotive Core Tools sowie die Durchführung von Audits.

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“Mit Dynamik, Verstand und Leidenschaft für Qualität entwickle ich praxisnahe und maßgeschneiderte Lösungen, die Organisationen nachhaltig erfolgreicher und effizienter machen.”

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