Aus einer GAP-Analyse des eigenen Einflussbereichs und relevanter Stakeholder entstehen priorisierte Ziele, konkrete Maßnahmen und eine regelmäßige Wirksamkeitsprüfung.
Die DIN EN ISO 26000 ist ein internationaler Leitfaden für gesellschaftliche Verantwortung. Unternehmen und andere Organisationen erhalten damit eine Orientierung, wie sie soziale, ökologische und ethische Auswirkungen ihres Handelns erfassen und in Entscheidungen einbeziehen können.
Die ISO 26000 erschien im November 2010. Die aktuelle deutsche Ausgabe ist die DIN EN ISO 26000:2021-04 und wurde im April 2021 veröffentlicht. Eine Besonderheit ist ihr Status. ISO 26000 enthält Empfehlungen und Leitlinien, aber keine zertifizierbaren Anforderungen wie ISO 9001 oder ISO 14001.
Entwickelt wurde der Handlungsrahmen unter Beteiligung von Experten aus mehr als 90 Ländern. Unternehmen, Behörden, Gewerkschaften, Verbraucherorganisationen und Nichtregierungsorganisationen haben dabei unterschiedliche Sichtweisen eingebracht und zur internationalen Anerkennung der Norm beigetragen.
ISO 26000 lenkt den Blick auf die Folgen unternehmerischer Entscheidungen. Dazu gehören Auswirkungen auf Mitarbeiter, Kunden, Lieferanten, Verbraucher, Umwelt und die Gesellschaft.
Im Kern geht es um zwei Aufgaben:
Der Austausch mit Anspruchsgruppen hilft, Handlungsbedarf früh zu erkennen. Beschwerden, Konflikte und Reputationsrisiken werden dadurch oft sichtbar, bevor sie sich verschärfen. Methoden wie die Voice of Customer können die Erwartungen strukturiert erfassen.
Die DIN ISO 26000 richtet sich an Organisationen jeder Art und Größe. Dazu zählen Unternehmen, Behörden, Verbände und gemeinnützige Einrichtungen. Branche, Standort, Größe und wirtschaftliche Rahmenbedingungen spielen dabei keine grundsätzliche Rolle. Kleine und mittlere Unternehmen können einzelne Themen auch schrittweise aufgreifen. Der Einstieg gelingt dadurch ohne aufwendiges Zertifizierungsprojekt.
Größere Organisationen nutzen den Leitfaden häufig als gemeinsamen Rahmen für Standorte, Geschäftsbereiche und Lieferketten. So entstehen einheitliche Leitlinien zu Menschenrechten, Umwelt, Arbeitspraktiken und fairem Handeln. Die Anwendung bleibt freiwillig. Bestehende Gesetze zu Arbeitsschutz, Umweltschutz oder Verbraucherrechten gelten weiterhin und werden durch die ISO 26000 ergänzt.






Die sieben Grundsätze beschreiben die Haltung, auf der gesellschaftliche Verantwortung aufbaut. Dazu gehören unter anderem Rechenschaftspflicht, Transparenz und ethisches Verhalten als Orientierung für Führung, Entscheidungen und tägliches Handeln.
Die sieben Grundsätze sind:
Menschenrechtliche Verantwortung endet nicht am Werkstor. Unternehmen müssen auch prüfen, welche Risiken durch Lieferanten, Dienstleister und Vorprodukte entstehen.
Die ISO-Norm betrachtet dabei acht Handlungsfelder:
Für die Praxis heißt das: Risiken erfassen, kritische Bereiche priorisieren und klare Anforderungen an Geschäftspartner stellen. Eine risikobasierte Lieferantenbewertung zeigt, wo genauer geprüft werden muss – etwa bei Kinderarbeit, Zwangsarbeit, Diskriminierung oder unsicheren Arbeitsbedingungen.
Arbeitspraktiken betreffen Beschäftigungsbedingungen, Sicherheit, Arbeitsbedingungen, Gesundheit und die Entwicklung der Mitarbeiter. Auch Qualifizierung, faire Chancen und Inklusion gehören dazu. Beim Arbeitsschutz bietet die ISO 45001 einen passenden Rahmen.
Verantwortung zeigt sich hier sehr konkret:
Das Kernthema Umwelt umfasst vier Handlungsfelder. Im Mittelpunkt stehen die Vermeidung von Umweltbelastungen, eine nachhaltige Ressourcennutzung, Klimaschutz und der Schutz natürlicher Lebensräume.
Im Unternehmen betrifft das beispielsweise:
Zertifizierbare Managementsysteme wie ISO 14001 und ISO 50001 sowie das europäische Umweltaudit-System EMAS unterstützen die systematische Umsetzung.
Verbraucher brauchen sichere Produkte, verständliche Informationen und einen fairen Umgang mit Beschwerden. Unternehmen tragen daher Verantwortung für Qualität, Datenschutz, Werbung und Kundenservice.
Ein strukturiertes Reklamationsmanagement hilft, Fehler aufzunehmen, Ursachen zu klären und aus Kundenfeedback konkrete Verbesserungen abzuleiten. Methoden wie Poka Yoke unterstützen zusätzlich die Fehlervermeidung.
Unternehmen wirken auf die Region, in der sie tätig sind. Die ISO 26000 umfasst deshalb auch die Einbindung und Entwicklung der Gemeinschaft. Welche Maßnahmen sinnvoll sind, hängt vom Standort und den Erwartungen der Gemeinschaft ab.
Mögliche Maßnahmen sind:
Die ISO 26000 lässt sich schrittweise in bestehende Abläufe integrieren. Ausgangspunkt sind die tatsächlichen Auswirkungen des Unternehmens – nicht ein möglichst umfangreiches Nachhaltigkeitsprogramm.
Im nächsten Schritt werden die relevanten Anspruchsgruppen bestimmt. Dazu gehören je nach Unternehmen:
Entscheidend sind die tatsächlichen Erwartungen. Gespräche, Befragungen, Beschwerden oder vorhandene Kundendaten liefern dafür meist mehr Erkenntnisse als interne Vermutungen.
Die Bedeutung der Kernthemen hängt von der Tätigkeit und dem Einflussbereich der Organisation ab. Ein risikobasierter Ansatz hilft, Umweltbelastungen, kritische Arbeitsbedingungen und Risiken in der Lieferkette zu priorisieren.
Unternehmen können die ISO 26000 in vorhandene Managementsysteme einbauen. Viele benötigte Strukturen sind dort bereits vorhanden: Verantwortlichkeiten, dokumentierte Prozesse, Kennzahlen, Audits und Managementbewertungen.
Besonders gut lassen sich folgende Verbindungen nutzen:
Vorhandene Prozesse und Dokumente lassen sich um Nachhaltigkeitskriterien erweitern. CSR-Ziele passen beispielsweise in die Qualitätspolitik oder das QM-Handbuch.
CSR, ESG und CSRD betrachten Nachhaltigkeit aus unterschiedlichen Perspektiven. Die ISO 26000 liefert dafür einen inhaltlichen Orientierungsrahmen.
Die wichtigsten Unterschiede sind:
Die ISO-26000-Leitlinie ersetzt keine vollständige CSRD-Umsetzung. Betroffene Unternehmen brauchen zusätzlich eine Wesentlichkeitsanalyse, passende Kennzahlen, belastbare Daten und eine Berichterstattung nach den vorgeschriebenen Standards.
Nein, eine offizielle Zertifizierung nach ISO 26000 ist nicht vorgesehen. Die Norm ist ein freiwilliger Leitfaden zur Integration gesellschaftlicher Verantwortung und kein Zertifizierungsstandard, weshalb sie sich auch nicht für Zertifizierungszwecke eignet. Nachweise lassen sich über zertifizierbare Managementsysteme wie ISO 9001, ISO 14001 oder ISO 45001 ergänzen.
Sie möchten sich über ISO-Normen informieren? Wir beraten Sie gerne.
Wir sind das Team hinter CSM Consulting

Carsten Scheidig
Geschäftsführer & Senior Consultant
Carsten Scheidig ist Gründer und Geschäftsführer der CSM Consulting. Er absolvierte sein Studium zum Diplom-Wirtschaftspädagogen und Master of Business Administration an Universitäten in München und Konstanz. Er verfügt über langjährige Erfahrung als Berater, Auditor und Trainer für Managementsysteme. Als Lead Trainer der TÜV Süd Akademie führt Carsten Scheidig QM Fachkräfte- und Auditorenseminare durch. Er ist Lead Auditor für die BMW Group und akkreditierter Zertifizierungsauditor für 9001 und 14001.
#Ideengeber
#ZertifizierungNaUnd
„Zertifizierungen sind kein Hexenwerk. Ich spreche ISO – bin Normenmensch, aber kein Paragraphenreiter. Praxisorientiert, effizient und mit Leidenschaft für Beratung und Schulung. Familie, Freunde, Sport und mein Garten sorgen für den Ausgleich.“
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Sebastian Jürgel
Senior Consultant
Sebastian Jürgel absolvierte an der Universität der Bundeswehr sein Studium in Bildungsmanagement und Organisationsentwicklung und hat an der Allensbach Hochschule seinen MBA (GM) abgeschlossen. Er verfügt über langjährige Erfahrungen als Leiter für Qualitäts- und Umweltmanagement im Sondermaschinenbau und der Automobilzulieferindustrie sowie bei der Umsetzung von Zertifizierungen im internationalen Umfeld.
#problemlöser
#funktionierenmusses
„CSM ist nicht 9-to-5. CSM ist für den Kunden optimale Ergebnisse zu erzielen. Und nach der Arbeit? Geht es steil bergab, aber nur mit dem Bike auf dem nächsten Trail und mit ausreichend Airtime.“
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Nicole Scheidig
Senior Consultant
Nicole Scheidig ist Auditorin für Qualitätsmanagementsysteme, Food Safety und Datenschutzauditorin nach den Anforderungen der DSGVO. Durch ihre Arbeit als Trainerin und Beraterin für Implantologie und langjährige Führungskraft im medizinischen Bereich der Bundeswehr verfügt Sie über umfangreiche Erfahrung in der Medizinbranche.
„Qualität bedeutet, Verantwortung zu übernehmen und gemeinsam mit klaren Prozessen nachhaltige Ergebnisse zu erzielen. Das macht mir Freude – dafür stehe ich.“
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Antje Grimmer
Senior Consultant
Antje Grimmer hat ihre akademischen Abschlüsse in Personalmanagement und Business Administration an verschiedenen Hochschulen erlangt. Ihr Schwerpunkt liegt im Aufbau und der Weiterentwicklung von Managementsystemen für Qualität, Energie und Nachhaltigkeit.
#StructureWithHeart
„Ich liebe es, Struktur mit Empathie zu verbinden – so entstehen Lösungen, die wirklich zu unseren Kunden passen. Privat tanke ich Energie bei Familie, Freunden und Zumba.“
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Tobias Fischer
Senior Consultant
Tobias Fischer verfügt als technisch versierter Qualitätsingenieur und FMEA-Experte über umfangreiche Erfahrungen in komplexen Entwicklungsprojekten im internationalen Bereich. Sein Schwerpunkt ist die Unterstützung bei der Anwendung der Automotive Core Tools sowie die Durchführung von Audits.
#ILoveFMEAandFriends
“Mit Dynamik, Verstand und Leidenschaft für Qualität entwickle ich praxisnahe und maßgeschneiderte Lösungen, die Organisationen nachhaltig erfolgreicher und effizienter machen.”
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ISO Zertifizierungen, Audits & Prozesse
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