Mit ISO 22301 erhalten Firmen einen international anerkannten Rahmen, um ihre Geschäftskontinuität systematisch abzusichern und ein zertifizierbares BCMS aufzubauen.
Kritische Geschäftsprozesse bleiben durch ein BCMS auch bei schweren Störungen möglichst verfügbar oder können kontrolliert wieder anlaufen.
Die EN ISO 22301:2019 ist der internationale Standard für Business Continuity Management, auf Deutsch betriebliches Kontinuitätsmanagement. Sie definiert die Anforderungen an ein zertifizierbares Business-Continuity-Management-System (BCMS). Damit können Organisationen kritische Geschäftsprozesse bei schweren Störungen fortführen oder innerhalb festgelegter Fristen wiederherstellen.
Veröffentlicht wurde die aktuelle Ausgabe ISO 22301:2019 im Oktober 2019, sie ersetzte die Fassung von 2012. Sie eignet sich für Unternehmen aller Größen und Branchen. Cyberangriffe, Naturkatastrophen, Stromausfälle, Lieferengpässe oder der Ausfall zentraler IT-Systeme stehen dabei ebenso im Fokus wie interne Fehler und personelle Engpässe.
Durch die Harmonized Structure lässt sich das BCMS in bestehende Managementsysteme integrieren. Gemeinsame Strukturen für Planung, Dokumentation, interne Audits und Managementbewertung erleichtern etwa die Verbindung mit ISO 9001 oder ISO 27001. Ein prozessorientierter Ansatz sorgt dafür, dass kritische Abläufe, Abhängigkeiten und Verantwortlichkeiten systematisch erfasst werden.
Für die laufende Steuerung orientiert sich ISO 22301 am PDCA-Zyklus und verlangt eine kontinuierliche Prüfung und Verbesserung des BCMS. Eine unabhängige ISO-Zertifizierung bestätigt anschließend, dass die Anforderungen der Norm umgesetzt und belastbare Vorkehrungen für Ausnahmesituationen geschaffen wurden.






Business-Continuity-Management stärkt die Widerstandsfähigkeit des gesamten Unternehmens. Globalisierung, Outsourcing und komplexe Lieferketten erhöhen die Abhängigkeiten zwischen Standorten, Lieferanten, IT und Produktion. Schon eine einzelne Unterbrechung kann mehrere Geschäftsprozesse gleichzeitig treffen und das wirtschaftliche Potenzial ganzer Wertschöpfungsketten beeinträchtigen.
Die ISO 22301 fordert deshalb eine ganzheitliche Risikobetrachtung auf allen Ebenen der Organisation. Business-Continuity-Management stärkt die Widerstandsfähigkeit des gesamten Unternehmens. Das BCMS begrenzt Ausfälle, schützt die Lieferfähigkeit und eröffnet Chancen für die gezielte Entwicklung robusterer Prozesse.
Die Geschäftsauswirkungsanalyse (Business Impact Analysis, BIA) und die Risikobewertung schaffen die gemeinsame Entscheidungsgrundlage für ein wirksames BCMS. Während die BIA besonders zeitkritische Geschäftsprozesse sichtbar macht, untersucht die Risikobewertung mögliche Ursachen, Bedrohungen und Schwachstellen.
Im Mittelpunkt der Geschäftsauswirkungsanalyse stehen Produkte, Leistungen und Prozesse, die für die Geschäftskontinuität entscheidend sind. Dabei bewertet das Unternehmen, welche finanziellen, rechtlichen und operativen Auswirkungen eine Unterbrechung im Zeitverlauf hätte.
Eine Prozesslandkarte macht sichtbar, welche Ressourcen und Schnittstellen für einen Prozess unverzichtbar sind. Dazu zählen IT-Systeme, Mitarbeiter, Gebäude, Maschinen, Lieferanten und externe Dienstleister.
Die Risikobewertung betrachtet mögliche Ursachen einer Betriebsunterbrechung. Dazu gehören Cyberangriffe, Stromausfälle, Naturkatastrophen, technische Defekte, Lieferengpässe oder der Verlust von Schlüsselpersonen.
Der risikobasierte Ansatz bewertet Eintrittswahrscheinlichkeit, Schadensausmaß und bereits vorhandene Schutzmaßnahmen gemeinsam. Für die strukturierte Analyse können Unternehmen Methoden wie FMEA, Qualitätswerkzeuge (Q7) oder ein Turtle-Diagramm nutzen. Entscheidend ist eine nachvollziehbare Dokumentation der Ergebnisse.
Der Business-Continuity-Plan, auch Kontinuitätsplan genannt, bündelt alle Vorgaben für die Reaktion auf eine konkrete Störung. Er legt fest, wer entscheidet, welche Maßnahmen zuerst greifen und wie priorisierte Prozesse kontrolliert wieder anlaufen.
Im Ernstfall muss der Plan schnell erfassbar sein. Kurze Checklisten, eindeutige Ansprechpartner und klar gegliederte Abläufe ermöglichen auch unter Zeitdruck eine sichere Orientierung. Die Einbindung in das zentrale QM-Handbuch oder eine vergleichbare Systemdokumentation stellt sicher, dass der Business-Continuity-Plan gelenkt, aktualisiert und im Unternehmen zugänglich bleibt.
Ein praxistauglicher Plan enthält insbesondere:
Bei schweren Störungen müssen Entscheidungen schnell und eindeutig getroffen werden. Deshalb legt das Unternehmen bereits im Vorfeld fest, wer den Krisenstab führt, welche Fachbereiche beteiligt sind und wie Informationen weitergegeben werden.
Typische Aufgaben verteilen sich auf:
Klare Meldewege verhindern widersprüchliche Aussagen und unnötige Verzögerungen. Vorlagen für Alarmierung, Lageberichte und externe Kommunikation erhöhen zusätzlich die Sicherheit. Abweichungen während einer Krise werden dokumentiert und über das bestehende Fehlermanagement weiterbearbeitet.
Ein Notfallplan zeigt seine Qualität erst in der Übung. Die ISO 22301 verlangt daher regelmäßige Tests, mit denen Unternehmen prüfen, ob Zuständigkeiten, Ressourcen und angestrebte Wiederanlaufzeiten realistisch sind.
Je nach Risikolage kommen unterschiedliche Formate infrage:
Nach jedem Test werden Resultate, Verzögerungen und Schwachstellen ausgewertet. Erreicht ein kritischer Prozess seine Recovery Time Objective nicht, müssen Ursachen und Maßnahmen nachvollziehbar dokumentiert werden. Die gewonnenen Erkenntnisse fließen in Pläne, Schulungen und die Managementbewertung ein.
ISO 22301 lässt sich in bestehende Managementsysteme integrieren. Gemeinsame Strukturen für Risikobewertung, Dokumentation, Audits und Managementbewertung reduzieren Doppelarbeit und erleichtern die Pflege des BCMS.
Grundlage dafür ist die Harmonized Structure. Moderne ISO-Managementsystemnormen folgen derselben übergeordneten Gliederung und verwenden vergleichbare Kernbegriffe. Unternehmen können Verantwortlichkeiten, Berichtswege und zentrale Verfahren dadurch normübergreifend organisieren.
Mit der ISO 9001 entstehen Synergien bei Prozessen, Lieferfähigkeit und Qualitätszielen. Erkenntnisse aus der Business-Impact-Analyse können direkt in die Prozesslandkarte und die bestehende Systemdokumentation einfließen.
Besondere Bedeutung hat die Verbindung mit der ISO 27001, da viele Betriebsunterbrechungen auf der technischen Seite durch Cyberangriffe, Datenverluste oder IT-Ausfälle entstehen. Abgestimmte Risikoanalysen, Wiederherstellungsverfahren und Notfallpläne sorgen hier für klare Schnittstellen.
Andere Managementsysteme sind keine Voraussetzung für ISO 22301, können die Einführung und dauerhafte Pflege des BCMS jedoch erleichtern.
Die ISO-22301-Zertifizierung prüft, ob das Business-Continuity-Management-System die Anforderungen der Norm erfüllt und im Unternehmen wirksam umgesetzt wird. Zugleich dient sie Kunden und Partnern als Nachweis für die Zuverlässigkeit der betrieblichen Krisenvorsorge.
Das ausgestellte Zertifikat besitzt eine Gültigkeit von drei Jahren. Jährliche Überwachungsaudits prüfen, ob das BCMS weiterhin wirksam angewendet und verbessert wird.
Der weitere Ablauf umfasst typischerweise:
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Wir sind das Team hinter CSM Consulting

Carsten Scheidig
Geschäftsführer & Senior Consultant
Carsten Scheidig ist Gründer und Geschäftsführer der CSM Consulting. Er absolvierte sein Studium zum Diplom-Wirtschaftspädagogen und Master of Business Administration an Universitäten in München und Konstanz. Er verfügt über langjährige Erfahrung als Berater, Auditor und Trainer für Managementsysteme. Als Lead Trainer der TÜV Süd Akademie führt Carsten Scheidig QM Fachkräfte- und Auditorenseminare durch. Er ist Lead Auditor für die BMW Group und akkreditierter Zertifizierungsauditor für 9001 und 14001.
#Ideengeber
#ZertifizierungNaUnd
„Zertifizierungen sind kein Hexenwerk. Ich spreche ISO – bin Normenmensch, aber kein Paragraphenreiter. Praxisorientiert, effizient und mit Leidenschaft für Beratung und Schulung. Familie, Freunde, Sport und mein Garten sorgen für den Ausgleich.“
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Sebastian Jürgel
Senior Consultant
Sebastian Jürgel absolvierte an der Universität der Bundeswehr sein Studium in Bildungsmanagement und Organisationsentwicklung und hat an der Allensbach Hochschule seinen MBA (GM) abgeschlossen. Er verfügt über langjährige Erfahrungen als Leiter für Qualitäts- und Umweltmanagement im Sondermaschinenbau und der Automobilzulieferindustrie sowie bei der Umsetzung von Zertifizierungen im internationalen Umfeld.
#problemlöser
#funktionierenmusses
„CSM ist nicht 9-to-5. CSM ist für den Kunden optimale Ergebnisse zu erzielen. Und nach der Arbeit? Geht es steil bergab, aber nur mit dem Bike auf dem nächsten Trail und mit ausreichend Airtime.“
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Nicole Scheidig
Senior Consultant
Nicole Scheidig ist Auditorin für Qualitätsmanagementsysteme, Food Safety und Datenschutzauditorin nach den Anforderungen der DSGVO. Durch ihre Arbeit als Trainerin und Beraterin für Implantologie und langjährige Führungskraft im medizinischen Bereich der Bundeswehr verfügt Sie über umfangreiche Erfahrung in der Medizinbranche.
„Qualität bedeutet, Verantwortung zu übernehmen und gemeinsam mit klaren Prozessen nachhaltige Ergebnisse zu erzielen. Das macht mir Freude – dafür stehe ich.“
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Antje Grimmer
Senior Consultant
Antje Grimmer hat ihre akademischen Abschlüsse in Personalmanagement und Business Administration an verschiedenen Hochschulen erlangt. Ihr Schwerpunkt liegt im Aufbau und der Weiterentwicklung von Managementsystemen für Qualität, Energie und Nachhaltigkeit.
#StructureWithHeart
„Ich liebe es, Struktur mit Empathie zu verbinden – so entstehen Lösungen, die wirklich zu unseren Kunden passen. Privat tanke ich Energie bei Familie, Freunden und Zumba.“
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Tobias Fischer
Senior Consultant
Tobias Fischer verfügt als technisch versierter Qualitätsingenieur und FMEA-Experte über umfangreiche Erfahrungen in komplexen Entwicklungsprojekten im internationalen Bereich. Sein Schwerpunkt ist die Unterstützung bei der Anwendung der Automotive Core Tools sowie die Durchführung von Audits.
#ILoveFMEAandFriends
“Mit Dynamik, Verstand und Leidenschaft für Qualität entwickle ich praxisnahe und maßgeschneiderte Lösungen, die Organisationen nachhaltig erfolgreicher und effizienter machen.”
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Die Übung ist abgeschlossen.

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