ISO 10007

ISO 10007: Leitfaden für Konfigurationsmanagement

Konfigurationsmanagement schafft Klarheit dort, wo Produkte, Dokumente oder Prozesse mehreren Änderungen unterliegen. Die ISO 10007 bietet dafür einen strukturierten Leitfaden, um Zustände kontrollierbar und Entscheidungen nachvollziehbar zu machen.

ISO 10007 – Auf einen Blick

Was regelt die ISO 10007?
Die ISO 10007 regelt, wie Konfigurationen eindeutig beschrieben, versioniert und über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg kontrolliert werden.
Wofür wird Konfigurationsmanagement eingesetzt?
Konfigurationsmanagement wird eingesetzt, um Änderungen strukturiert zu steuern und sicherzustellen, dass freigegebene Zustände jederzeit nachvollziehbar bleiben.
Wann kommt die ISO 10007 zum Einsatz?
Sie kommt überall dort zum Einsatz, wo mehrere Entwicklungsstände, technische Abhängigkeiten oder langfristige Dokumentationspflichten bestehen.
Welchen Nutzen bringt die Anwendung der ISO 10007?

Die Anwendung der ISO 10007 erhöht Transparenz, reduziert Änderungsrisiken und stärkt die Steuerbarkeit im Qualitätsmanagement.

Was versteht man unter der ISO 10007?

Die ISO 10007 ist der internationale Standard für Konfigurationsmanagement im Qualitätsmanagement. Die ISO-Norm beschreibt, wie der gültige Zustand eines Produkts oder einer Dienstleistung eindeutig festgelegt, dokumentiert und über den gesamten Lebenszyklus kontrolliert wird.

Im Kern beantwortet sie eine zentrale Frage: Welcher Zustand ist freigegeben – und wie bleibt er nachvollziehbar?

Die ISO 10007:2017 Edition definiert dafür Begriffe wie Konfiguration, Konfigurationseinheit, Bezugskonfiguration sowie konfigurationsrelevante Merkmale. Sie zeigt, wie Versionen entstehen, Änderungen bewertet werden und Zustände auch Jahre später noch überprüfbar bleiben (etwa bei Wartungen, der Bereitstellung von Ersatzteilen oder im Service).

Diese Kompetenzen werden im Rahmen einer Qualifizierung zur Qualitätsfachkraft (QF) systematisch vermittelt.

Deutsche Fassung: DIN ISO 10007:2020

Die Norm wird in Deutschland als DIN ISO 10007:2020-10 geführt und vom zuständigen DIN-Normenausschuss betreut. Vom Inhalt her entspricht sie vollständig der internationalen Ausgabe ISO 10007:2017, die vom Technischen Komitee ISO/TC 176 „Quality management and quality assurance“ und dessen Unterkomitee SC 2 „Quality management systems“ erarbeitet wurde.

Für Unternehmen bedeutet das: gleiche Anforderungen, gleiche Systematik, gleiche Begriffe – jedoch im deutschen Normenkontext verankert.

Konfigurationsmanagement als Qualitätsmanagement-Leitfaden

Im Qualitätsmanagement entscheidet Nachvollziehbarkeit über Wirksamkeit. Wenn nicht eindeutig festgelegt ist, welche Konfiguration freigegeben wurde, entstehen Unsicherheiten: bei Änderungen, in Audits, bei Reklamationen.

Die ISO 10007 zum Konfigurationsmanagement schafft Zustandsklarheit. Es verbindet Entwicklung, Produktion und Service über definierte Versionen und dokumentierte Änderungen hinweg.

Gerade bei mehreren Entwicklungsstadien, hoher Komplexität oder technischen Schnittstellen verhindert es, dass Dokumentation und Realität auseinanderlaufen. Das stärkt die Steuerbarkeit im Unternehmen und macht Entscheidungen belastbar.

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Die fünf Kernprozesse der ISO 10007

Die ISO 10007 beschreibt Konfigurationsmanagement als strukturierte Anleitung für einen Managementprozess nach dem prozessorientierten Ansatz mit fünf klar abgegrenzten Elementen. Ziel ist es, die Konfiguration eines Produkts oder einer Dienstleistung über alle Phasen hinweg kontrollierbar zu halten.

Organisation und Planung

Am Anfang steht die Konzeption: Welche Konfiguration wird betrachtet, wer trägt Verantwortung und welche Regeln gelten?

In dieser Phase legt die Organisation fest, wie das Konfigurationsmanagement aufgebaut ist. Rollen, Verantwortlichkeiten und Abläufe werden in einer klar dokumentierten Verfahrensanweisung geregelt. Hier wird auch die erste Bezugskonfiguration (Baseline) bestimmt – also der freigegebene Zustand eines Produkts oder Service, auf den sich alle weiteren Änderungen beziehen.

Konfigurationsidentifizierung

Was genau gehört zur Konfiguration, und was nicht?

Die Konfigurationsidentifizierung legt fest, welche Konfigurationseinheiten relevant sind. Das können Bauteile, Softwarestände, Dokumente oder definierte Funktionen sein. Entscheidend ist, dass jede Einheit eindeutig beschrieben wird.

Gerade bei komplexer Produktstruktur oder vielen Versionsständen verhindert dieser Schritt Unklarheiten. Konfigurationsmanagement beginnt daher mit präziser Abgrenzung.

Änderungslenkung

Änderungen sind normal. Unkontrollierte Änderungen sind riskant – insbesondere vor dem Hintergrund des risikobasierten Ansatzes.

Die Änderungslenkung sorgt dafür, dass jede Anpassung geprüft, bewertet und freigegeben wird, bevor sie wirksam wird. Dabei wird immer auf die bestehende Bezugskonfiguration Bezug genommen:

  • Welche Auswirkungen hat die Änderung auf andere Funktionen?

  • Bleiben definierte Eigenschaften erhalten?

  • Wer entscheidet über die Freigabe?

Das Konfigurationsmanagement verhindert, dass unterschiedliche Versionen parallel entstehen oder Dokumentation und Realität auseinanderlaufen.

Konfigurationsbuchführung

Transparenz entsteht durch Dokumentation.

Die Konfigurationsbuchführung hält fest, welcher Zustand eines Produkts oder einer Dienstleistung zu welchem Zeitpunkt freigegeben war. Genehmigte Änderungen, Versionsstände und Freigaben werden systematisch erfasst und nachvollziehbar abgelegt.

Gerade im Qualitätsmanagementsystem und bei Anforderungen ist das entscheidend. Nur wenn Zustände eindeutig dokumentiert sind, lassen sich Entscheidungen im Nachhinein erklären, in Audits belegen und in der Managementbewertung fundiert bewerten.

Konfigurationsaudit

Am Ende steht die Überprüfung.

Das Konfigurationsaudit prüft, ob dokumentierte Konfigurationsangaben mit dem tatsächlichen Zustand übereinstimmen. Es bestätigt, dass freigegebene Änderungen korrekt umgesetzt wurden und keine Nichtkonformitäten bestehen.

Damit schließt sich der Regelkreis im Sinne des PDCA-Zyklus: Planung, Identifizierung, Änderungslenkung, Buchführung und Audit greifen ineinander und bilden ein geschlossenes Steuerungssystem.

Die ISO 10007 ergänzt bestehende Qualitätsmanagementsysteme (Quality Management Systems) um diese strukturierte Zustandskontrolle.

Häufige Fragen und Antworten

Die ISO 10007:2017 ist eine internationale Norm, die beschreibt, wie Konfigurationen systematisch gesteuert und Änderungen kontrolliert werden. Sie unterstützt Unternehmen dabei, Zustände, Versionen und Freigaben nachvollziehbar zu dokumentieren.

Eine ISO-Zertifizierung ist möglich, wenn eine ISO-Norm verbindliche Anforderungen an ein Managementsystem festlegt. Im Qualitätsmanagement ist dies etwa bei der ISO 9001 der Fall. Ergänzende Normen wie die ISO 10007 oder ISO 9004 liefern hingegen Leitlinien und methodische Orientierung, bilden jedoch keine eigenständige Zertifizierungsgrundlage.

Configuration Management ist die systematische Steuerung von Produkten, Dienstleistungen oder Projektergebnissen über ihren Lebenszyklus. Die ISO 10007:2017 beschreibt, wie Konfigurationen identifiziert, dokumentiert und Änderungen kontrolliert werden.

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Carsten Scheidig

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Carsten Scheidig ist Gründer und Geschäftsführer der CSM Consulting. 
Er absolvierte sein Studium zum Diplom-Wirtschaftspädagogen und Master of Business Administration an Universitäten in München und Konstanz. Er verfügt über langjährige Erfahrung als Berater, Auditor und Trainer für Managementsysteme. Als Lead Trainer der TÜV Süd Akademie führt Carsten Scheidig QM Fachkräfte- und Auditorenseminare durch. Er ist Lead Auditor für die BMW Group und akkreditierter Zertifizierungsauditor für 9001 und 14001.

#Ideengeber
#ZertifizierungNaUnd 

„Zertifizierungen sind kein Hexenwerk. Ich spreche ISO – bin Normenmensch, aber kein Paragraphenreiter. Praxisorientiert, effizient und mit Leidenschaft für Beratung und Schulung. Familie, Freunde, Sport und mein Garten sorgen für den Ausgleich.“ 

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Sebastian Jürgel absolvierte an der Universität der Bundeswehr sein Studium in Bildungsmanagement und Organisationsentwicklung und hat an der Allensbach Hochschule seinen MBA (GM) abgeschlossen. Er verfügt über langjährige Erfahrungen als Leiter für Qualitäts- und Umweltmanagement im Sondermaschinenbau und der Automobilzulieferindustrie sowie bei der Umsetzung von Zertifizierungen im internationalen Umfeld.

#problemlöser
#funktionierenmusses

„CSM ist nicht 9-to-5. CSM ist für den Kunden optimale Ergebnisse zu erzielen. Und nach der Arbeit? Geht es steil bergab, aber nur mit dem Bike auf dem nächsten Trail und mit ausreichend Airtime.“

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Nicole Scheidig ist Auditorin für Qualitätsmanagementsysteme, Food Safety und Datenschutzauditorin nach den Anforderungen der DSGVO. Durch ihre Arbeit als Trainerin und Beraterin für Implantologie und langjährige Führungskraft im medizinischen Bereich der Bundeswehr verfügt Sie über umfangreiche Erfahrung in der Medizinbranche.

„Qualität bedeutet, Verantwortung zu übernehmen und gemeinsam mit klaren Prozessen nachhaltige Ergebnisse zu erzielen. Das macht mir Freude – dafür stehe ich.“

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Antje Grimmer hat ihre akademischen Abschlüsse in Personalmanagement und Business Administration an verschiedenen Hochschulen erlangt. Ihr Schwerpunkt liegt im Aufbau und der Weiterentwicklung von Managementsystemen für Qualität, Energie und Nachhaltigkeit.

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„Ich liebe es, Struktur mit Empathie zu verbinden – so entstehen Lösungen, die wirklich zu unseren Kunden passen. Privat tanke ich Energie bei Familie, Freunden und Zumba.“

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Tobias Fischer verfügt als technisch versierter Qualitätsingenieur und FMEA-Experte über umfangreiche Erfahrungen in komplexen Entwicklungsprojekten im internationalen Bereich. Sein Schwerpunkt ist die Unterstützung bei der Anwendung der Automotive Core Tools sowie die Durchführung von Audits.

#ILoveFMEAandFriends

“Mit Dynamik, Verstand und Leidenschaft für Qualität entwickle ich praxisnahe und maßgeschneiderte Lösungen, die Organisationen nachhaltig erfolgreicher und effizienter machen.”

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