High Level Structure: Die High Level Structure (HLS) ist ein einheitliches Grundgerüst für ISO-Managementnormen. Sie erleichtert die Integration verschiedener Systeme durch identische Strukturen und gemeinsame Begrifflichkeiten.
Definition
Die HLS gilt seit 2012 als einheitliche Kapitelstruktur für alle ISO-Managementsystemnormen und schafft durch identische Begriffe und Anforderungen die Grundlage für konsistente Normen.
Moderne ISO-Normen
Vorteile der HLS
Weiterentwicklung: Harmonized Structure (HS)
Die Harmonized Structure (HS) ist die Weiterentwicklung der HLS: Sie wurde 2021 eingeführt und enthält erweiterte Definitionen sowie einen stärkeren Fokus auf Chancenmanagement. Die HS kommt künftig bei allen neuen oder überarbeiteten ISO-Normen zum Einsatz.
Die High Level Structure (HLS) ist eine standardisierte Grundstruktur für ISO-Managementsystemnormen. Sie definiert eine einheitliche Gliederung aus zehn Kapiteln, gemeinsame Kerntexte und identische Begriffe. Dadurch erhalten verschiedene ISO-Normen denselben strukturellen Aufbau.
Eingeführt wurde die HLS im Jahr 2012 mit dem sogenannten Annex SL (Anhang, der die einheitliche Struktur für Managementsystemnormen vorgibt). Seitdem ist diese Struktur ein fester Bestandteil der allgemeinen Regeln, nach denen internationale Standards erstellt werden (ISO/IEC Directives).
Wichtig: Die HLS bestimmt nicht den inhaltlichen Fokus einzelner Normen, sondern regelt ausschließlich deren Aufbau und Formulierung.
Die HLS wurde eingeführt, um eine einheitliche, kompatible und integrierbare Struktur für alle ISO-Managementnormen zu schaffen.
Die HLS im Detail:
Vereinfachung durch Standardisierung: Vor der Einführung der HLS hatten ISO-Normen wie ISO 9001, ISO 14001 oder ISO 27001 unterschiedliche Strukturen und Begrifflichkeiten. Das machte die Einführung mehrerer Managementsysteme im Unternehmen kompliziert und ineffizient.
Mit der HLS wurde eine gemeinsame Struktur geschaffen: Alle neuen und revidierten ISO-Normen folgen seitdem einem festgelegten Aufbau aus zehn Kapiteln. Begriffe, Definitionen und Anforderungen sind abgestimmt und konsistent
Bessere Integration von Managementsystemen: Unternehmen können heute einfacher mehrere Normen gleichzeitig umsetzen – beispielsweise Qualitäts- und Umweltmanagement. Das spart Zeit, reduziert Aufwand und erhöht die Transparenz in der Umsetzung.
Klare Sprache – klare Erwartungen: Durch die Vereinheitlichung von Begriffen und Formulierungen wird die Verständlichkeit verbessert.
Die HLS bildet den sogenannten PDCA-Zyklus (Plan – Do – Check – Act) strukturell ab. Diese Struktur fördert eine kontinuierliche Verbesserung und macht Managementsysteme leichter verständlich, vergleichbar und integrierbar.
Die HLS gliedert sich in insgesamt zehn Kapitel, die einem klaren Aufbau folgen. Während die ersten drei Kapitel den formalen Rahmen schaffen, bilden die Kapitel 4 bis 10 die eigentlichen Phasen des PDCA-Zyklus ab.
Noch vor den vier Phasen Plan, Do, Check und Act werden im ersten Abschnitt (Kapitel 1 bis 3) die formalen Rahmenbedingungen festgelegt:
Kapitel 1: Anwendungsbereich – Definiert, was die Norm umfasst.
Kapitel 2: Normative Verweise – Enthält weitere Regelwerke, auf die Bezug genommen wird.
Kapitel 3: Begriffe – Erläutert zentrale Definitionen für ein einheitliches Verständnis.
Die Kapitel 4 bis 10 spiegeln dann den PDCA-Zyklus wider und bilden die Grundlage für einen wirksamen Verbesserungsprozess.
Im Abschnitt „Plan“ (Kapitel 4 bis 6) legt die Organisation zunächst die Rahmenbedingungen fest, betrachtet relevante Stakeholder und deren Erwartungen (Kapitel 4), definiert Leitlinien sowie Verantwortlichkeiten auf Führungsebene (Kapitel 5) und plant konkrete Maßnahmen auf Basis von Chancen, Risiken und Zielen (Kapitel 6).
In der „Do“-Phase (Kapitel 7 und 8) wird dafür gesorgt, dass alle nötigen Ressourcen, Informationen und Kompetenzen zur Verfügung stehen (Kapitel 7). Die zuvor definierten Abläufe werden im operativen Geschäft gezielt umgesetzt und gesteuert (Kapitel 8).
Die „Check“-Phase (Kapitel 9) umfasst die Bewertung der Systemleistung (durch Monitoring, Messungen, interne Audits und die Managementbewertung), um festzustellen, ob die geplanten Ergebnisse erreicht wurden.
In der „Act“-Phase (Kapitel 10) werden schließlich Korrekturmaßnahmen eingeleitet und Verbesserungen umgesetzt, um das System kontinuierlich weiterzuentwickeln.
Seit der Einführung der HLS folgen alle neuen und überarbeiteten ISO-Managementsystemnormen einer einheitlichen Struktur mit den zehn oben aufgeführten Kapiteln. Dadurch lassen sich verschiedene Systeme einfacher kombinieren und integrieren.
Diese ISO-Normen basieren unter anderem auf der High Level Structure:
ISO 9001 – Qualitätsmanagementsysteme
ISO 14001 – Umweltmanagementsysteme
ISO 45001 – Arbeitsschutzmanagementsysteme
ISO 50001 – Energiemanagementsysteme
ISO 27001 – Informationssicherheitsmanagementsysteme
ISO 22301 – Business Continuity Management (Betriebliche Kontinuität)
ISO 37001 – Anti-Korruptionsmanagementsysteme
ISO 21001 – Managementsysteme für Bildungseinrichtungen
ISO 37301 – Compliance-Managementsysteme
ISO 41001 – Facility-Managementsysteme
ISO 20000-1 – IT-Service-Managementsysteme
ISO/IEC 42001 – Managementsysteme für Künstliche Intelligenz (KI)
Die ISO 19011 ist kein Managementsystem, sondern ein Leitfaden für die Auditierung von Managementsystemen. Demnach folgt sie nicht der High Level Structure, da sie keine Anforderungen an ein eigenes System stellt, sondern Methoden und Prinzipien für Audits beschreibt.
Kurz gesagt: Die ISO 19011 ist eine unterstützende Norm – keine zertifizierbare Managementsystemnorm.
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Die Harmonized Structure (HS) ist die überarbeitete und weiterentwickelte Nachfolgerin der High Level Structure (HLS). Sie wurde 2021 von der ISO (Internationale Organisation für Normung) eingeführt und soll eine noch bessere Vereinheitlichung von Managementsystemnormen ermöglichen.Die Harmonized Structure (HS) ist die überarbeitete und weiterentwickelte Nachfolgerin der High Level Structure (HLS). Sie wurde 2021 von der ISO (Internationale Organisation für Normung) eingeführt und soll eine noch bessere Vereinheitlichung von Managementsystemnormen ermöglichen.
Die High Level Structure wurde ursprünglich 2012 mit dem Annex SL (einheitlicher Rahmen für den Aufbau aller ISO-Managementsystemnormen) als Rahmenwerk veröffentlicht. Ziel war es, ISO-Normen inhaltlich und strukturell besser vergleichbar und integrierbar zu machen.
Mit der wachsenden Anzahl an Normen und der Aufnahme neuer Themen wie Künstliche Intelligenz, Compliance, Datenschutz oder Nachhaltigkeit stieß die HLS jedoch zunehmend an ihre Grenzen.
Die Einführung der Harmonized Structure (HS) war dann die Antwort auf die Notwendigkeit für ein flexibleres und erweitertes Strukturmodell. Sie löst die HLS nicht vollständig ab, sondern modernisiert und erweitert sie.
Wichtig zu wissen: Für Unternehmen bedeutet die neue Form erst dann eine Änderung, wenn ISO-Normen überarbeitet werden. Nur dann und nur wenn Bedarf erkannt wird, wird die HS genutzt und die HLS abgelöst.
Ein konkretes Beispiel:
ISO/IEC 27001:2022 (Informationssicherheitsmanagement) wurde bereits auf die Harmonized Structure umgestellt.
DIN EN ISO 45001:2023 (Arbeits- und Gesundheitsschutzmanagement) hingegen verbleibt vorerst bei der HLS.
Struktur bleibt erhalten: Auch die HS basiert weiterhin auf den 10 bekannten Kapiteln (von Kontext bis Verbesserung).
Erweiterte Begriffe und Klarstellungen: Neue Definitionen wurden aufgenommen und bestehende angepasst – z.B. zu Risiken, Stakeholdern oder dem Lebenszyklus.
Stärkere Betonung von „Opportunities“: Die Chancenbetrachtung erhält mehr Gewicht in Planung und Entscheidungsfindung.
Verbindlich für neue und überarbeitete Normen: Alle ISO-Managementsystemnormen müssen künftig dieser Struktur folgen.
Die High Level Structure ist ein einheitliches Strukturmodell für alle ISO-Managementsystemnormen. Sie definiert eine gemeinsame Kapitelgliederung, einheitliche Begriffe sowie zentrale Anforderungen – und schafft damit die Basis für besser integrierbare, vergleichbare und auf Leistung ausgerichtete Managementsysteme.
Durch die HLS lassen sich mehrere ISO-Normen einfacher miteinander kombinieren und einheitlich umsetzen. Sie sorgt für klare Prozesse, Konsistenz und reduziert den Aufwand bei der Einführung, Pflege und Auditierung von Managementsystemen.
Bei der ISO 9001 bildet die HLS die strukturelle Grundlage, auf der das Qualitätsmanagementsystem aufgebaut ist. Sie sorgt dafür, dass die Norm logisch gegliedert ist und sich problemlos mit anderen Systemen wie ISO 14001 oder ISO 45001 verbinden lässt.

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Carsten Scheidig
Geschäftsführer & Senior Consultant
Carsten Scheidig ist Gründer und Geschäftsführer der CSM Consulting. Er absolvierte sein Studium zum Diplom-Wirtschaftspädagogen und Master of Business Administration an Universitäten in München und Konstanz. Er verfügt über langjährige Erfahrung als Berater, Auditor und Trainer für Managementsysteme. Als Lead Trainer der TÜV Süd Akademie führt Carsten Scheidig QM Fachkräfte- und Auditorenseminare durch. Er ist Lead Auditor für die BMW Group und akkreditierter Zertifizierungsauditor für 9001 und 14001.
#Ideengeber
#ZertifizierungNaUnd
„Zertifizierungen sind kein Hexenwerk. Ich spreche ISO – bin Normenmensch, aber kein Paragraphenreiter. Praxisorientiert, effizient und mit Leidenschaft für Beratung und Schulung. Familie, Freunde, Sport und mein Garten sorgen für den Ausgleich.“
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Sebastian Jürgel
Senior Consultant
Sebastian Jürgel absolvierte an der Universität der Bundeswehr sein Studium in Bildungsmanagement und Organisationsentwicklung und hat an der Allensbach Hochschule seinen MBA (GM) abgeschlossen. Er verfügt über langjährige Erfahrungen als Leiter für Qualitäts- und Umweltmanagement im Sondermaschinenbau und der Automobilzulieferindustrie sowie bei der Umsetzung von Zertifizierungen im internationalen Umfeld.
#problemlöser
#funktionierenmusses
„CSM ist nicht 9-to-5. CSM ist für den Kunden optimale Ergebnisse zu erzielen. Und nach der Arbeit? Geht es steil bergab, aber nur mit dem Bike auf dem nächsten Trail und mit ausreichend Airtime.“
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Nicole Scheidig
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Nicole Scheidig ist Auditorin für Qualitätsmanagementsysteme, Food Safety und Datenschutzauditorin nach den Anforderungen der DSGVO. Durch ihre Arbeit als Trainerin und Beraterin für Implantologie und langjährige Führungskraft im medizinischen Bereich der Bundeswehr verfügt Sie über umfangreiche Erfahrung in der Medizinbranche.
„Qualität bedeutet, Verantwortung zu übernehmen und gemeinsam mit klaren Prozessen nachhaltige Ergebnisse zu erzielen. Das macht mir Freude – dafür stehe ich.“
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Antje Grimmer hat ihre akademischen Abschlüsse in Personalmanagement und Business Administration an verschiedenen Hochschulen erlangt. Ihr Schwerpunkt liegt im Aufbau und der Weiterentwicklung von Managementsystemen für Qualität, Energie und Nachhaltigkeit.
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Tobias Fischer verfügt als technisch versierter Qualitätsingenieur und FMEA-Experte über umfangreiche Erfahrungen in komplexen Entwicklungsprojekten im internationalen Bereich. Sein Schwerpunkt ist die Unterstützung bei der Anwendung der Automotive Core Tools sowie die Durchführung von Audits.
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