AQAP 2131

AQAP 2131

AQAP 2131 ist für Lieferanten im Verteidigungssektor relevant, wenn Endprüfung, Freigabe und Nachweise vertraglich klar geregelt werden müssen. Der Beitrag gibt einen Überblick über die Anforderungen und zeigt, worauf Unternehmen bei der Umsetzung und staatlicher Güteprüfung achten sollten.

AQAP 2131 – Auf einen Blick

Was ist AQAP 2131?

Als NATO-Regelwerk definiert AQAP 2131 Anforderungen an Endprüfung und abschließende Tests von Produkten in vertraglich geregelten Verteidigungsaufträgen.
Wann wird AQAP 2131 angewendet?

Zum Einsatz kommt AQAP 2131 vor allem bei klar spezifizierten Liefergegenständen mit geringem oder fehlendem Entwicklungsanteil beim Lieferanten.

Welche Anforderungen stellt AQAP 2131 an die Endprüfung?

Zu den bedeutenden Vorgaben gehören eindeutige Annahmekriterien, geeignete Prüfmittel, nachvollziehbare Prüfergebnisse und eine belastbare Nachweisführung vor der Freigabe.

Wer kontrolliert die Einhaltung bei staatlicher Güteprüfung?

Bei vereinbarter Government Quality Assurance übernehmen in Deutschland die zuständigen Stellen des BAAINBw die Prüfung relevanter Nachweise und können ausgewählte Tests begleiten.

Worin unterscheidet sich AQAP 2131 von AQAP 2110?

Im Vergleich zu AQAP 2110 liegt der Schwerpunkt von AQAP 2131 deutlich enger auf Endprüfung, Test und Nachweis der Produktkonformität.

Was ist AQAP 2131?

AQAP 2131 ist ein NATO-Regelwerk für die Endprüfung und den abschließenden Test von Produkten in Verteidigungsaufträgen. Ziel ist ein belastbarer Nachweis, dass der Liefergegenstand vor der Auslieferung die vertraglich festgelegten Anforderungen erfüllt.

Als Teil der Allied Quality Assurance Publications (AQAP) setzt AQAP 2131 im Bereich der Qualitätssicherung einen klaren Schwerpunkt auf Prüfung, Freigabe und Nachweisführung.

Drei Punkte sind dabei besonders wichtig:

  • Vertraglicher Rahmen: AQAP 2131 wird projektbezogen vereinbart. Welche Anforderungen tatsächlich gelten, ergibt sich aus dem jeweiligen Auftrag und den Vertragsunterlagen. Ein eigenes AQAP-2131-Zertifikat nach dem Muster einer ISO-Zertifizierung gibt es nicht.

  • Klar abgegrenzter Einsatz: Die Publikation eignet sich vor allem für Liefergegenstände mit festgelegten Spezifikationen und geringem oder fehlendem Entwicklungsanteil beim Lieferanten.

  • Fokus auf Endprüfung und Test: Vor der Abnahme muss nachvollziehbar belegt sein, dass das Produkt die vereinbarten Prüfmerkmale und Annahmekriterien erfüllt.

Wann wird AQAP 2131 angewendet?

Zum Einsatz kommt AQAP 2131 vor allem bei klar spezifizierten Liefergegenständen, deren Konformität durch Endprüfung und Test zuverlässig festgestellt werden kann. Typisch sind Fertigungs- und Lieferaufträge mit geringem oder fehlendem Entwicklungsanteil beim Lieferanten.

Dazu zählen beispielsweise:

  • Serien- und Wiederholteile nach vorgegebenen Zeichnungen,

  • Handels- und Standardprodukte,

  • Baugruppen mit eindeutig definierten Prüfmerkmalen,

  • Fertigungsaufträge ohne eigene Konstruktionsverantwortung.

Maßgeblich bleibt der Vertrag. Der Auftraggeber legt fest, welche AQAP-Anforderungen für das Projekt gelten und welche Nachweise vor der Abnahme erforderlich sind.

Kommt zusätzlich umfangreiche Entwicklung oder Konstruktion hinzu, reicht der Fokus auf Endprüfung meist nicht aus. Dann kann AQAP 2110 für Entwicklung, Produktion und Qualitätssicherung sinnvoller sein.

Beratung zu NATO-Normen

CSM-Consulting unterstützt Sie dabei, Anforderungen aus AQAP und weiteren NATO-Normen praxisnah in Prozesse, Nachweise und Verantwortlichkeiten zu überführen.

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Anforderungen der AQAP 2131 an Endprüfung und Tests

Vor der Auslieferung bildet die Endprüfung das letzte Qualitätsgate für den Liefergegenstand. Prüfplanung, geeignete Prüfmittel und nachvollziehbare Ergebnisse schaffen die Grundlage für Qualität, Produktsicherheit und die Sicherstellung der vertraglichen Konformität.

Die Qualitätssicherung muss dabei zum jeweiligen Vertrag passen. Welche Merkmale geprüft werden, welche Grenzwerte gelten und welche Nachweise der Auftraggeber erwartet, sollte deshalb bereits vor Beginn der Endprüfung eindeutig feststehen.  

Prüfungen planen und Annahmekriterien festlegen

Eine Endprüfung funktioniert nur mit klaren Kriterien. Prüfmerkmale, Verfahren und zulässige Toleranzen müssen vorab festgelegt sein, damit am Ende eine eindeutige Entscheidung über Freigabe oder Nichtkonformität möglich ist.

Zur Prüfplanung gehören insbesondere:

  • relevante Produkt- und Qualitätsmerkmale

  • Sollwerte, Grenzwerte und Toleranzen

  • anzuwendende Prüf- und Testverfahren

  • Zuständigkeiten für Durchführung und Freigabe

  • Umfang und Form der erforderlichen Nachweise

Maßgeblich sind die vertraglichen Vorgaben. Fehlen eindeutige Annahmekriterien, lässt sich ein bestandener Test später nur schwer belastbar gegenüber dem Auftraggeber nachweisen.

Prüfmittel beherrschen

Mess- und Prüfmittel müssen für ihren vorgesehenen Einsatz geeignet und überwacht sein. AQAP 2131 fordert damit eine verlässliche Grundlage für Messwerte, auf denen die Abnahme eines Produkts beruht. Kalibrierstatus, Identifikation und Einsatzbereich sollten jederzeit nachvollziehbar bleiben.

Ebenso wichtig ist der Umgang mit einem Prüfmittel, das nachträglich als fehlerhaft erkannt wird. Fehlt dafür eine klare Reaktion, geraten auch frühere Nachweise in Zweifel. Das Unternehmen muss deshalb bewerten können, welche bereits geprüften Produkte oder Chargen betroffen sein könnten.

Eine geregelte Prüfmittelüberwachung verhindert damit, dass fehlerhafte Messungen unbemerkt in Freigabeprozesse einfließen.

Prüfergebnisse nachvollziehbar dokumentieren

Prüfergebnisse müssen eindeutig zum geprüften Liefergegenstand passen. Ein vollständiges Protokoll verliert schnell an Aussagekraft, wenn Produkt, Charge, Seriennummer oder Konfigurationsstand nicht mehr zugeordnet werden können.

Eine belastbare Dokumentation enthält je nach Auftrag beispielsweise:

  • Datum und Ergebnis der Prüfung

  • gemessene Werte und Annahmekriterien

  • verwendete Prüfmittel

  • verantwortlicher Prüfer

  • Produkt-, Los- oder Seriennummer

  • Freigabestatus und gegebenenfalls festgestellte Abweichungen

Damit entsteht eine durchgängige Nachweisführung vom Test bis zur Abnahme. AQAP 2131 stärkt zugleich die Nachverfolgbarkeit in der Lieferkette: Fehlen bei Zukaufteilen erforderliche Material- oder Prüfnachweise, bricht der Nachweisweg bereits beim Lieferanten ab. Digitale Dokumentationssysteme erleichtern die eindeutige Zuordnung und Bereitstellung. Fehlende Dokumente können je nach Vertrag Verzögerungen oder weitere Folgen bis hin zu Vertragsstrafen auslösen.

AQAP 2131 und staatliche Güteprüfung

Ist im Beschaffungsvertrag neben AQAP 2131 eine staatliche Güteprüfung (Government Quality Assurance, GQA) mit Freigabe vorgesehen, darf die betroffene Lieferung erst nach diesem Prüfschritt ausgeliefert werden. Für den Auftragnehmer wird die Güteprüfung damit zum festen Bestandteil der Abnahme.

In Deutschland übernehmen die zuständigen Stellen des BAAINBw von der Bundeswehr diese Aufgabe. Für die vereinbarten Prüfungen bestehen uneingeschränkte Zugangsrechte zu relevanten Prüfeinrichtungen und Unterlagen.

Vor der Freigabe können sie – abhängig von Vertrag und Qualitätsrisiko – unter anderem folgende Punkte prüfen:

  • Prüfberichte und Messprotokolle der Endprüfung

  • den Kalibrierstatus eingesetzter Prüfmittel

  • die Zuordnung der Ergebnisse zu Produkt oder Liefercharge

  • offene oder bereits bearbeitete Abweichungen

  • ausgewählte Tests und Stichproben am Liefergegenstand

Gerade kurz vor der Auslieferung zählt deshalb Vollständigkeit. Fehlen geforderte Nachweise oder lässt sich der Prüfstatus einer Charge nicht eindeutig belegen, kann die Freigabe ausbleiben und sich die Lieferung verzögern.

Die Prüfungsrechte können vertraglich auch relevante Unterlieferanten erfassen, etwa wenn Test- oder Endkontrolldaten benötigt werden. Die staatliche Güteprüfung entbindet den Auftragnehmer trotzdem nicht von seiner Verantwortung für die Produktqualität. Endkontrolle, Nachweisführung und die Behandlung von Abweichungen müssen bereits intern funktionieren, bevor die Lieferung zum Audit vorgestellt wird.

Allied Quality: AQAP 2131 im Vergleich zu AQAP 2110 und ISO 9001

Im Vergleich der Normen hält AQAP 2131 den Qualitätsrahmen dort schlanker, wo ein Auftrag hauptsächlich über Endprüfung und Test abgesichert werden kann. Das kann für Lieferanten erheblichen Aufwand sparen, denn umfassendere Anforderungen an Entwicklung, Produktion und Konfigurationsmanagement greifen nur, wenn sie für den konkreten Defence-Auftrag tatsächlich erforderlich sind.

Die drei Regelwerke unterscheiden sich deutlich in Umfang und Zweck:

StandardSchwerpunkt
ISO 9001Branchenübergreifende Grundlage für ein Qualitätsmanagementsystem und zahlreiche ISO-Zertifizierungen
AQAP 2110Umfassende Qualitätssicherungsanforderungen für komplexere Entwicklungs- und Produktionsaufträge
AQAP 2131Endprüfung, Test, Freigabe und nachvollziehbarer Nachweis der Produktkonformität

Welche Publikation letztlich anzuwenden ist, bestimmt der Auftraggeber über den Vertrag. Eine frühe Prüfung der AQAP-Anforderungen verhindert jedoch unnötiges Overengineering bei der Umsetzung und schafft Klarheit über benötigte Prozesse, Dokumente und Verantwortlichkeiten. Mehr zu den Unterschieden zeigt unser Beitrag AQAP 2110 vs. ISO 9001.

AQAP 2131 im Unternehmen umsetzen

Für die Umsetzung müssen bestehende Prüfprozesse auf die vertraglichen Anforderungen an AQAP abgestimmt werden. Wie groß der Anpassungsbedarf ausfällt, hängt vor allem vom vorhandenen Qualitätsmanagement, der Lieferkette und der bisherigen Nachweisführung ab.

Ein kompakter Ablauf umfasst vier Schritte:

  1. Vertrag und Anforderungen prüfen: Eine GAP-Analyse zeigt, welche Prüfverfahren, Dokumente und Freigaben bereits vorhanden sind und wo Lücken bestehen.

  2. Prüfplanung konkretisieren: Annahmekriterien, Prüfmethoden und Verantwortlichkeiten werden für das Projekt eindeutig festgelegt. Dadurch entsteht Klarheit über die spätere Abnahme.

  3. Lieferanten einbinden: Relevante Vorgaben müssen entlang der Lieferkette weitergegeben werden. Materialnachweise, Prüfergebnisse und Rückverfolgbarkeit sollten deshalb bereits bei der Beschaffung berücksichtigt werden. Eine geregelte Lieferantenbewertung unterstützt dabei.

  4. Abweichungen sicher beherrschen: Fehlerhafte Produkte werden gekennzeichnet, gesperrt und einem klaren Freigabeprozess zugeführt. Ein funktionierendes Fehlermanagement verhindert, dass Ware mit offenem Prüfstatus in die Auslieferung gelangt.

Vor einer staatlichen Güteprüfung lohnt sich ein interner Check der vollständigen Nachweise, da unklare Prozesse und fehlende Dokumente die AQAP-Kosten schnell erhöhen können.

Häufige Fragen und Antworten

Ein projektbezogener Qualitätsmanagementplan kommt ins Spiel, wenn AQAP 2105 zusätzlich vertraglich gefordert wird. Darin werden unter anderem Verantwortlichkeiten, Prüfabläufe und Nachweise für die Qualitätssicherung des jeweiligen Auftrags festgelegt.

Vor allem in Luftfahrt, Raumfahrt und komplexen Projekten der Verteidigungswirtschaft gewinnen AQAP 2310 und EN 9100 an Bedeutung. EN 9100 bildet den branchenspezifischen Rahmen für das Qualitätsmanagement, während AQAP 2310 zusätzliche NATO-Anforderungen ergänzt.

 

Sobald ein Verteidigungsprojekt einen relevanten Softwareanteil enthält, wird die AQAP 2210 als NATO-Ergänzung für die Software-Qualitätssicherung wichtig. Im Fokus stehen dann unter anderem Verifikation, Tests, Konfigurationsmanagement und ein geregeltes Risikomanagement bis zur Freigabe.

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Carsten Scheidig ist Gründer und Geschäftsführer der CSM Consulting. 
Er absolvierte sein Studium zum Diplom-Wirtschaftspädagogen und Master of Business Administration an Universitäten in München und Konstanz. Er verfügt über langjährige Erfahrung als Berater, Auditor und Trainer für Managementsysteme. Als Lead Trainer der TÜV Süd Akademie führt Carsten Scheidig QM Fachkräfte- und Auditorenseminare durch. Er ist Lead Auditor für die BMW Group und akkreditierter Zertifizierungsauditor für 9001 und 14001.

#Ideengeber
#ZertifizierungNaUnd 

„Zertifizierungen sind kein Hexenwerk. Ich spreche ISO – bin Normenmensch, aber kein Paragraphenreiter. Praxisorientiert, effizient und mit Leidenschaft für Beratung und Schulung. Familie, Freunde, Sport und mein Garten sorgen für den Ausgleich.“ 

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Sebastian Jürgel absolvierte an der Universität der Bundeswehr sein Studium in Bildungsmanagement und Organisationsentwicklung und hat an der Allensbach Hochschule seinen MBA (GM) abgeschlossen. Er verfügt über langjährige Erfahrungen als Leiter für Qualitäts- und Umweltmanagement im Sondermaschinenbau und der Automobilzulieferindustrie sowie bei der Umsetzung von Zertifizierungen im internationalen Umfeld.

#problemlöser
#funktionierenmusses

„CSM ist nicht 9-to-5. CSM ist für den Kunden optimale Ergebnisse zu erzielen. Und nach der Arbeit? Geht es steil bergab, aber nur mit dem Bike auf dem nächsten Trail und mit ausreichend Airtime.“

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Nicole Scheidig ist Auditorin für Qualitätsmanagementsysteme, Food Safety und Datenschutzauditorin nach den Anforderungen der DSGVO. Durch ihre Arbeit als Trainerin und Beraterin für Implantologie und langjährige Führungskraft im medizinischen Bereich der Bundeswehr verfügt Sie über umfangreiche Erfahrung in der Medizinbranche.

„Qualität bedeutet, Verantwortung zu übernehmen und gemeinsam mit klaren Prozessen nachhaltige Ergebnisse zu erzielen. Das macht mir Freude – dafür stehe ich.“

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Antje Grimmer hat ihre akademischen Abschlüsse in Personalmanagement und Business Administration an verschiedenen Hochschulen erlangt. Ihr Schwerpunkt liegt im Aufbau und der Weiterentwicklung von Managementsystemen für Qualität, Energie und Nachhaltigkeit.

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„Ich liebe es, Struktur mit Empathie zu verbinden – so entstehen Lösungen, die wirklich zu unseren Kunden passen. Privat tanke ich Energie bei Familie, Freunden und Zumba.“

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Tobias Fischer verfügt als technisch versierter Qualitätsingenieur und FMEA-Experte über umfangreiche Erfahrungen in komplexen Entwicklungsprojekten im internationalen Bereich. Sein Schwerpunkt ist die Unterstützung bei der Anwendung der Automotive Core Tools sowie die Durchführung von Audits.

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“Mit Dynamik, Verstand und Leidenschaft für Qualität entwickle ich praxisnahe und maßgeschneiderte Lösungen, die Organisationen nachhaltig erfolgreicher und effizienter machen.”

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