AQAP 2105

AQAP 2105

AQAP 2105 hilft Unternehmen im Verteidigungsumfeld, Qualitätsanforderungen für einen konkreten Auftrag klar zu planen und nachweisbar umzusetzen. Der Qualitätsplan schafft Transparenz bei Verantwortlichkeiten, Prüfungen und Nachweisen und erleichtert die Abstimmung mit Auftraggeber und Güteprüfung.

AQAP 2105 – Auf einen Blick

Wozu dient AQAP 2105?

Für einen konkreten Verteidigungsauftrag bündelt AQAP 2105 die relevanten Qualitätsanforderungen in einem projektspezifischen Qualitätsplan.

Wann ist ein Qualitätsplan nach AQAP 2105 erforderlich?

Verbindlich wird der Plan, sobald ihn der Auftraggeber im Vertrag fordert und für den jeweiligen Liefergegenstand festlegt.

Welche Inhalte gehören in den Qualitätsplan?

Im Mittelpunkt stehen Prozesse, Verantwortlichkeiten, Prüfungen, Risiken, Lieferantenanforderungen und die erforderliche Nachweisführung.

Worin unterscheidet sich AQAP 2105 von einem allgemeinen QM-System?

Anders als ein unternehmensweites Qualitätsmanagement beschreibt AQAP 2105, wie die vereinbarte Qualität bei genau diesem Auftrag praktisch sichergestellt wird.

Was ist AQAP 2105?

AQAP 2105 definiert die NATO-Anforderungen an liefergegenstandsbezogene Qualitätspläne, im Englischen als Deliverable Quality Plans bezeichnet. Für Unternehmen der Verteidigungsindustrie übersetzt der Standard allgemeine Vorgaben des Qualitätsmanagements in einen konkreten Plan für ein bestimmtes Produkt, Projekt oder einen vertraglich festgelegten Liefergegenstand.

Der entscheidende Unterschied liegt im Projektbezug. AQAP 2105 beschreibt kein separates Qualitätsmanagementsystem. Der Auftragnehmer muss vielmehr offenlegen, wie er die vereinbarte Qualität bei genau diesem Auftrag sicherstellen will.

Dafür bündelt der Qualitätsplan die Planung der qualitätsrelevanten Prozesse, Verantwortlichkeiten, Ressourcen, Prüfungen und erforderlichen Nachweise. Auch Risiken, Dokumentationsanforderungen sowie die Einbindung von Lieferanten und Unterauftragnehmern können darin geregelt werden. Ein bereits im Unternehmen vorhandenes Managementsystem nach ISO 9001 oder EN 9100 bildet dafür die zwingend erforderliche organisatorische Basis.

So entsteht aus allgemeinen Qualitätsanforderungen ein steuerbares Projektdokument. Der Plan begleitet die Umsetzung und wird angepasst, wenn sich Vertrag, Produkt oder qualitätsrelevante Abläufe verändern.

Wann ist ein Qualitätsplan nach AQAP 2105 erforderlich?

Ein Qualitätsplan nach AQAP 2105 wird verbindlich, wenn er im Vertrag für einen NATO- oder Verteidigungsauftrag gefordert wird. Maßgeblich sind dabei vor allem technische Komplexität, Qualitätsrisiko und Umfang des jeweiligen Liefergegenstands.

Vor der Erstellung steht deshalb die systematische Prüfung aller Vertragsforderungen. Daraus ergibt sich, welche AQAP-Anforderungen, Prozesse, Rollen, Maßnahmen und Nachweise der Plan tatsächlich abbilden muss.

Besonders relevant ist AQAP 2105 bei komplexen Projekten mit Entwicklungs- oder Produktionsanteil, sicherheitskritischen Produkten sowie umfangreicher Nachweisführung. Auch bei Aufträgen der Bundeswehr kann das BAAINBw entsprechende Vorgaben festlegen.

Über das sogenannte Tailoring wird festgelegt, wie detailliert der Qualitätsplan für den jeweiligen Auftrag ausfallen muss. So lassen sich Anforderungen an Risiko, Komplexität und Liefergegenstand anpassen und unnötiges Over-Engineering sowie zusätzliche AQAP-Kosten vermeiden.

Beratung zu NATO-Anforderungen

Verteidigungsprojekte stellen hohe Anforderungen an Qualität, Nachweise und Projektsteuerung. CSM-Consulting unterstützt Sie dabei, NATO- und Defence-Vorgaben sicher in bestehende Prozesse zu integrieren und belastbar umzusetzen.

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Welche AQAP-Anforderungen gehören in den Qualitätsplan?

Der Qualitätsplan führt die für einen Auftrag geltenden AQAP-Anforderungen an einer Stelle zusammen. Er zeigt dem Auftraggeber, welche Prozesse, Rollen, Prüfungen und Nachweise für den konkreten Liefergegenstand vorgesehen sind.

Vertrag, Produkt und Geltungsbereich

Am Anfang steht der eindeutige Bezug zum Auftrag. Der Qualitätsplan muss erkennen lassen, wofür er gilt und welche vertraglichen AQAP-Anforderungen berücksichtigt werden.

Eine kompakte Übersicht umfasst insbesondere:

  • Vertrag und Liefergegenstand

  • technische Spezifikationen

  • Geltungsbereich des Qualitätsplans

  • anzuwendende Normen und Vorgaben

  • projektspezifisches Tailoring

Prozesse und Verantwortlichkeiten

Qualität braucht im Projekt feste Zuständigkeiten. Der Plan ordnet deshalb qualitätsrelevante Prozesse den verantwortlichen Rollen zu und beschreibt wichtige Schnittstellen zwischen Entwicklung, Produktion, Einkauf und Qualitätssicherung.

Vorhandene Dokumente aus dem Qualitätsmanagement können dabei weitergenutzt werden. Dazu gehören etwa das QM-Handbuch und projektrelevante Verfahrensanweisungen. Ergänzt werden nur die Punkte, die der konkrete Auftrag zusätzlich verlangt.

Prüfungen, Freigaben und Nachweise

Dieser Teil übersetzt die Qualitätsplanung in konkrete Kontrollpunkte. Bereits vor der Durchführung sollte feststehen, was geprüft wird, welche Kriterien gelten und welcher Nachweis anschließend vorliegen muss.

Typische Inhalte sind:

  • Verifikationen, Validierungen und Reviews

  • Annahmekriterien, Sollwerte und Toleranzen

  • Prüf- und Testprotokolle

  • definierte Freigabepunkte

  • erforderliche Dokumente und Aufzeichnungen

  • Prüfmittelüberwachung für eingesetzte Messmittel

Lieferanten und Unterauftragnehmer

Die Qualitätsverantwortung bleibt auch bei ausgelagerten Leistungen beim Hauptauftragnehmer. Entsprechende Vorgaben müssen deshalb an kritische Lieferanten und Unterauftragnehmer weitergegeben und während des Projekts überwacht werden.

Der Qualitätsplan kann dafür Leistungsumfang, Prüfpflichten und vereinbarte Nachweise festhalten. Qualitätssicherungsvereinbarungen (QSV) und eine regelmäßige Lieferantenbewertung unterstützen die Steuerung besonders wichtiger Partner.

Risiken, Änderungen und Abweichungen

Rüstungsprojekte bleiben selten über ihre gesamte Laufzeit unverändert. Bauteilwechsel, neue technische Erkenntnisse oder festgestellte Abweichungen können Qualität und Sicherheit direkt beeinflussen.

Der Qualitätsplan legt deshalb einen geregelten Umgang fest:

  1. Risiken und Abweichungen erkennen

  2. Auswirkungen bewerten

  3. Verantwortliche und Maßnahmen festlegen

  4. Änderungen kontrolliert freigeben

  5. Umsetzung und Wirksamkeit nachweisen

Ein risikobasierter Ansatz setzt dabei die Prioritäten. Für festgestellte Fehler regelt das Fehlermanagement den Umgang mit einer Nichtkonformität und die erforderlichen Nachweise gegenüber Auftraggeber oder BAAINBw.

Vom QM-System zum projektbezogenen Qualitätsplan

Vom bestehenden Qualitätsmanagementsystem zum AQAP-2105-Qualitätsplan führt ein klarer Übersetzungsprozess. Vorhandene Prozesse und Dokumente werden geprüft, auf den konkreten Auftrag zugeschnitten und um projektspezifische Vorgaben ergänzt.

Der Weg lässt sich in vier Schritte gliedern:

  1. Vertragsanforderungen prüfen: Zuerst werden Vertrag, technische Spezifikationen und geltende AQAP-Anforderungen ausgewertet. Eine GAP-Analyse zeigt, welche Vorgaben bereits durch das vorhandene Managementsystem abgedeckt sind.

  2. Bestehende Prozesse zuordnen: Regelungen aus ISO 9001, QM-Handbuch oder Verfahrensanweisungen werden den Anforderungen des Projekts zugeordnet. So bleiben bewährte Abläufe erhalten.

  3. Projektspezifische Vorgaben ergänzen: Prüfzeitpunkte, Verantwortlichkeiten, Annahmekriterien, Nachweise und Meilensteine werden für den konkreten Liefergegenstand festgelegt. An diesem Punkt entsteht aus allgemeinen QM-Regeln ein operativer Qualitätsplan.

  4. Plan abstimmen und fortschreiben: Während des Projekts müssen Änderungen an Produkt, Vertrag oder Abläufen auch im Qualitätsplan berücksichtigt werden. Dadurch bleibt das Dokument mit der tatsächlichen Projektsteuerung synchron.

Der Aufwand hängt stark davon ab, wie gut bestehendes Qualitätsmanagement und Vertragsanforderungen bereits zusammenpassen. Ein etabliertes System verkürzt daher meist den Weg zum belastbaren Qualitätsplan.

Der Qualitätsplan im Zusammenspiel mit den NATO-Standards

AQAP 2105 legt den Rahmen für den projektbezogenen Qualitätsplan fest. Welche Anforderungen dieser Plan konkret abbilden muss, ergibt sich wiederum aus den NATO-Standards und weiteren Normen, die im jeweiligen Vertrag vereinbart wurden.

Qualitätsplan nach AQAP 2110 und AQAP 2210

Bei Entwicklungs- und Produktionsprojekten liefert AQAP 2110 wesentliche Anforderungen an Prozesse, Risiken und Konfigurationsmanagement. Der Qualitätsplan zeigt, wie diese Vorgaben im konkreten Projekt umgesetzt und nachgewiesen werden.

Kommt Software hinzu, erweitert AQAP 2210 den Inhalt um die Software-Qualitätssicherung. Dazu können Software-Lebenszyklus, Tests, Änderungen, Konfigurationsstände und zugehörige Nachweise gehören. Hardware und Software laufen damit in einem gemeinsamen Projektplan zusammen.

Qualitätsplan in Kombination mit AQAP 2131

Einen anderen Schwerpunkt setzt AQAP 2131. Hier stehen Endprüfungen, Tests und der Nachweis der Produktkonformität im Mittelpunkt.

Fordert der Auftraggeber zusätzlich AQAP 2105, konzentriert sich der Plan entsprechend auf Annahmekriterien, Prüfabläufe, Freigaben und eingesetzte Prüfmittel. Auch der Umgang mit Abweichungen und eine geregelte Prüfmittelüberwachung können darin festgelegt werden.

EN 9100, AQAP 2310 und der Qualitätsplan

In der militärischen Luft- und Raumfahrt bildet EN 9100 das organisatorische Qualitätsfundament. AQAP 2310 ergänzt diesen Rahmen um NATO-spezifische Qualitätsmanagementanforderungen für entsprechende Verteidigungsprojekte.

AQAP 2105 bringt beide Ebenen in die konkrete Projektpraxis. Der Qualitätsplan zeigt, wie Vorgaben aus EN 9100 und AQAP 2310 auf das aktuelle Luftfahrtprojekt übertragen werden. Über einen geregelten Flow-down gelangen relevante Anforderungen außerdem in die Unterlieferantenkette, etwa über eine Qualitätssicherungsvereinbarung und eine fortlaufende Lieferantenbewertung.

Besonders wichtig ist die Abstimmung mit der staatlichen Qualitätssicherung. Wird eine Prüfung oder Freigabe des Qualitätsplans durch den zuständigen Güteprüfer vertraglich gefordert, muss sie rechtzeitig vor den betroffenen Entwicklungs-, Prüf- oder Produktionsschritten erfolgen.

Häufige Fragen und Antworten

AQAP steht für Allied Quality Assurance Publications und bezeichnet die Qualitätssicherungs-Publikationen der NATO. Die Normen ergänzen zivile Standards wie ISO 9001 um zusätzliche Anforderungen für Verteidigungsaufträge und schaffen damit einen gemeinsamen Rahmen für das Qualitätsmanagement.

Unter der amtlichen Güteprüfung oder Government Quality Assurance wird die staatliche Überwachung vereinbarter Qualitätsanforderungen verstanden. Bei deutschen Verteidigungsprojekten kann das BAAINBw der Bundeswehr risikobasiert prüfen, ob Prozesse, Nachweise und Qualitätssicherung in der Praxis den vertraglichen Vorgaben entsprechen.

AQAP 2105 wird als Bestandteil umfassenderer Seminare zu NATO-Qualitätsanforderungen vermittelt. Anbieter wie TÜV SÜD, TÜV Rheinland oder die DGQ vermitteln das nötige Fachwissen zu Aufbau, Struktur und Anwendung des projektbezogenen Qualitätsplans. Solche Seminare bieten damit erste Unterstützung beim Einstieg in weitere AQAP-Themen.

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Carsten Scheidig ist Gründer und Geschäftsführer der CSM Consulting. 
Er absolvierte sein Studium zum Diplom-Wirtschaftspädagogen und Master of Business Administration an Universitäten in München und Konstanz. Er verfügt über langjährige Erfahrung als Berater, Auditor und Trainer für Managementsysteme. Als Lead Trainer der TÜV Süd Akademie führt Carsten Scheidig QM Fachkräfte- und Auditorenseminare durch. Er ist Lead Auditor für die BMW Group und akkreditierter Zertifizierungsauditor für 9001 und 14001.

#Ideengeber
#ZertifizierungNaUnd 

„Zertifizierungen sind kein Hexenwerk. Ich spreche ISO – bin Normenmensch, aber kein Paragraphenreiter. Praxisorientiert, effizient und mit Leidenschaft für Beratung und Schulung. Familie, Freunde, Sport und mein Garten sorgen für den Ausgleich.“ 

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Sebastian Jürgel, Senior Consultant bei CSM Consulting

Sebastian Jürgel

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Sebastian Jürgel absolvierte an der Universität der Bundeswehr sein Studium in Bildungsmanagement und Organisationsentwicklung und hat an der Allensbach Hochschule seinen MBA (GM) abgeschlossen. Er verfügt über langjährige Erfahrungen als Leiter für Qualitäts- und Umweltmanagement im Sondermaschinenbau und der Automobilzulieferindustrie sowie bei der Umsetzung von Zertifizierungen im internationalen Umfeld.

#problemlöser
#funktionierenmusses

„CSM ist nicht 9-to-5. CSM ist für den Kunden optimale Ergebnisse zu erzielen. Und nach der Arbeit? Geht es steil bergab, aber nur mit dem Bike auf dem nächsten Trail und mit ausreichend Airtime.“

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Nicole Scheidig ist Auditorin für Qualitätsmanagementsysteme, Food Safety und Datenschutzauditorin nach den Anforderungen der DSGVO. Durch ihre Arbeit als Trainerin und Beraterin für Implantologie und langjährige Führungskraft im medizinischen Bereich der Bundeswehr verfügt Sie über umfangreiche Erfahrung in der Medizinbranche.

„Qualität bedeutet, Verantwortung zu übernehmen und gemeinsam mit klaren Prozessen nachhaltige Ergebnisse zu erzielen. Das macht mir Freude – dafür stehe ich.“

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Antje Grimmer hat ihre akademischen Abschlüsse in Personalmanagement und Business Administration an verschiedenen Hochschulen erlangt. Ihr Schwerpunkt liegt im Aufbau und der Weiterentwicklung von Managementsystemen für Qualität, Energie und Nachhaltigkeit.

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„Ich liebe es, Struktur mit Empathie zu verbinden – so entstehen Lösungen, die wirklich zu unseren Kunden passen. Privat tanke ich Energie bei Familie, Freunden und Zumba.“

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Tobias Fischer verfügt als technisch versierter Qualitätsingenieur und FMEA-Experte über umfangreiche Erfahrungen in komplexen Entwicklungsprojekten im internationalen Bereich. Sein Schwerpunkt ist die Unterstützung bei der Anwendung der Automotive Core Tools sowie die Durchführung von Audits.

#ILoveFMEAandFriends

“Mit Dynamik, Verstand und Leidenschaft für Qualität entwickle ich praxisnahe und maßgeschneiderte Lösungen, die Organisationen nachhaltig erfolgreicher und effizienter machen.”

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